
Heiße Tage – Hitzeschutz!
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Wer morgens mit dem E‑Scooter stürzt, bemerkt erste Symptome einer Gehirnerschütterung unter Umständen erst abends auf der Couch oder Tage später. Am heutigen „Tag der Gehirnerschütterung“ will die ZNS-Stiftung für die Verletzung und mögliche Spätfolgen sensibilisieren. Auch die BGHW engagiert sich, weil die Zahl der E‑Scooter-Unfälle deutlich zunimmt und diese häufig mit ernst zu nehmenden Kopfverletzungen einhergehen.
Morgens auf dem Weg zur Arbeit oder spontan in der Freizeit: Immer mehr Menschen nutzen E-Scooter, um von A nach B zu kommen. Und immer mehr Menschen verunglücken mit E-Scootern. Laut Statistischem Bundesamt wurden für 2025 in Deutschland 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registriert – rund 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Großteil der E-Scooter-Fahrenden kam mit leichten Verletzungen davon, 1.895 wurden jedoch schwer verletzt. Häufig ist dabei auch der Kopf betroffen, zum Beispiel durch eine Gehirnerschütterung.

Eine Gehirnerschütterung gilt als leichtes Schädelhirntrauma. Wobei ‚leicht‘ nur eine medizinische Klassifizierung darstellt. Leicht heißt nicht, dass die Folgen einer Gehirnerschütterung nicht gravierend sein können. Und das sei das Problem, sagt Dr. Susanne Schaefer. Sie ist Geschäftsführerin der ZNS-Stiftung, die sich für Menschen mit Schädelhirntrauma einsetzt: „Viele Gehirnerschütterungen – und hier reden wir bei Sport beispielsweise von ungefähr 40 Prozent –, werden nicht erkannt oder bagatellisiert“, sagt sie. Damit sich das ändert, sensibilisiert die ZNS-Stiftung jedes Jahr am 20. Oktober mit dem „Tag der Gehirnerschütterung“ für das Thema, um Folgeschäden zu vermeiden. „Die wenigsten wissen, dass Symptome oft erst Stunden nach dem Unfall auftreten“, so Schaefer.
Das Ziel der ZNS-Stiftung ist es, dass Betroffene und ihr Umfeld mögliche Symptome einer Gehirnerschütterung schnell erkennen und richtig reagieren. Dafür hat sie den K.E.K.S.-Test entwickelt. Er soll Laien helfen, den Zustand einer Person nach einem Sturz einzuschätzen.

Wegeunfälle mit E-Scootern machen das Thema Gehirnerschütterung auch für die BGHW wichtig: „E-Scooter sind aus unserem Mobilitätsverhalten nicht mehr wegzudenken – im privaten Gebrauch, aber vor allem auch auf dem Weg zur Arbeit sowie im Unternehmen auf dem Betriebsgelände“, sagt Marita Klinkert, BGHW-Geschäftsführerin. Deshalb weist die BGHW auf den Aktionstag zur Gehirnerschütterung hin. Zudem will sich Marita Klinkert ehrenamtlich in der ZNS-Stiftung engagieren: „In puncto Prävention haben BGHW und ZNS das gleiche Anliegen: Wir wollen Kopfverletzungen verhindern. Deshalb sollten wir unsere Kräfte bündeln und das Thema stärker in der Öffentlichkeit verankern. Auch der Austausch über Präventionsangebote und Forschung kann neue Impulse geben.“
Vor allem junge Menschen müssen BGHW und ZNS im Blick haben, so Marita Klinkert: Denn 2025 waren 53,6 Prozent der Verunglückten jünger als 25 Jahre. Bei der BGHW verantwortet sie unter anderem den Bereich Rehabilitation und ist entsprechend nah dran am Unfallgeschehen in den Mitgliedsbetrieben. Viele E‑Scooter-Fahrende sind ohne Helm unterwegs. Beim spontanen Ausleihen fehlt häufig der eigene Helm. Kommt es zu einem Sturz, zum Beispiel durch Unebenheiten auf der Fahrbahn, schlägt der Kopf oft als erstes auf. Bei einem Aufprall kann sich das Gehirn im Schädel abrupt bewegen, was seine Funktion vorübergehend beeinträchtigen kann sowie die Verarbeitung von Informationen. Bei einer Gehirnerschütterung klingen die Beschwerden meist innerhalb einiger Wochen ab, in manchen Fällen dauert die Erholung mehrere Monate. Laut ZNS-Stiftung haben mehr als 15 Prozent der Betroffenen auch nach einem Jahr noch Beschwerden, vor allem Kopfschmerzen und Bewegungsstörungen.
Die BGHW passt ihre Präventionsarbeit bereits an die veränderte Mobilität an: „Wir bieten Fahrsicherheitstrainings nicht nur für Autos und E-Bikes an, sondern auch für E‑Scooter. So lernen die Teilnehmenden, Risiken besser einzuschätzen und ihr Fahrzeug sicher zu beherrschen“, sagt Marita Klinkert. Kommt es dennoch zu einem Sturz und der Kopf ist betroffen, sollten alle wissen, woran sie eine Gehirnerschütterung erkennen. Bei einem E-Scooter-Unfall im Betrieb oder auf dem Arbeitsweg sollten Betroffene mit einer Kopfverletzung außerdem in jedem Fall zeitnah eine Durchgangsärztin oder einen Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen.
Die ZNS-Stiftung – offiziell ‚ZNS-Stiftung – Hilfe für Menschen mit Schädelhirntrauma‘ (früher ZNS – Hannelore Kohl Stiftung) setzt sich für die Prävention von Kopfverletzungen und für Menschen mit Schädelhirntrauma ein. ZNS steht als Abkürzung für Zentrales Nervensystem.
Der Tag der Gehirnerschütterung ist ein deutschlandweiter Aktionstag, der jährlich am 20. Oktober stattfindet. Die ZNS-Stiftung und die Concussion Clinic am LMU Klinikum München haben den Aktionstag 2023 im Rahmen der Initiative ‚Schütz Deinen Kopf!‘ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die häufig unterschätzte Gehirnerschütterung stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken und über das frühe Erkennen, richtiges Handeln und die passende medizinische Versorgung aufzuklären.


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