Woran erkennt man eine Gehirnerschütterung?
Eine Gehirnerschütterung kann sich durch unterschiedliche Beschwerden bemerkbar machen. Zu den häufigsten Symptomen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Auch eine kurze Bewusstlosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit und Sprachstörungen können vorkommen. Besonders wichtig ist die Beobachtung in den ersten 24 Stunden nach dem Unfall. Erste Warnzeichen sollten immer ernst genommen werden.
Können die Symptome auch erst später auftreten?
Ja. Manche Beschwerden treten erst Stunden oder sogar Tage nach dem Unfall auf. Deshalb sollten Kopfverletzungen grundsätzlich nicht unterschätzt werden. Treten Beschwerden neu auf oder verstärken sie sich, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Was passiert bei einer Gehirnerschütterung?
Bei einer Gehirnerschütterung wird das Gehirn durch einen Stoß, Schlag oder eine plötzliche Beschleunigung innerhalb des Schädels kurzzeitig erschüttert. Dabei kann es zu vorübergehenden Funktionsstörungen der Nervenzellen und Nervenbahnen kommen.“
Wie wird eine leichte Gehirnerschütterung behandelt, und was haben Betroffene zu beachten?
Das Gehirn benötigt Zeit, um sich von der Verletzung zu erholen. In den ersten Tagen sollten Betroffene körperliche Anstrengungen vermeiden und keinen Sport machen. Wichtig sind Ruhe und Schlaf. Sobald die Symptome nachlassen, können Alltagsaktivitäten schrittweise wieder aufgenommen werden. Die Belastung sollte langsam gesteigert werden und sich am individuellen Befinden orientieren.
Was können Ersthelfende, Führungskräfte, Kolleginnen und Kollegen bei einer Kopfverletzung am Arbeitsplatz tun?
Bei einer Kopfverletzung gilt: Sicherheit geht vor. Ersthelfende sollten die betroffene Person beobachten und auf die Symptome achten. Führungskräfte sollten dafür sorgen, dass Beschäftigte nach einer Kopfverletzung nicht weiterarbeiten, bevor die Situation nicht medizinisch geklärt wurde. Eine vermeintlich leichte Gehirnerschütterung sollte niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Prävention bleibt daher besonders wichtig. Schutzmaßnahmen, persönliche Schutzausrüstung und eine gelebte Sicherheitskultur helfen, Kopfverletzungen zu vermeiden.
Wenn Sie zum Tag der Gehirnerschütterung zwei Wünsche frei hätten, welche wären das?
Darauf habe ich eine klare Antwort: Erstens wünsche ich mir eine Helmpflicht für Rad- und E-Scooter-Fahrer. Außerdem wünsche ich mir, dass eine neurologische Konsultation nach Kopfverletzungen fester Bestandteil der Notfallversorgung wird, bei weiterbestehenden Beschwerden sollte ein Neuro-Check durchgeführt werden.
Was genau ist ein Neuro-Check, und warum halten Sie ihn für so wichtig?
Die mittel- und langfristigen Folgen von unbehandelten oder nicht erkannten Gehirnerschütterungen oder anderer Kopfverletzungen können erheblich sein: von anhaltenden Konzentrations- und Gedächtnisstörungen bis hin zu einer langfristigen Arbeitsunfähigkeit.
Bei einem Neuro-Check werden Patientinnen und Patienten nach einer Kopfverletzung gezielt neurologisch untersucht. Mithilfe standardisierter Tests können Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und die weitere Behandlung besser gesteuert werden. Dieses Leistungsangebot der BG-Kliniken hat sich bewährt. Mein Wunsch ist deshalb, dass ein solcher Neuro-Check künftig bei allen Kopfverletzungen eingesetzt wird, unabhängig davon, wo die Verletzung behandelt wird.