Ein silbernes Tischmikrofon vor Schallwellen, daneben das Logo der Aktion Jugend will sich-erleben mit dem Jahresmotto: Gewaltfrei? Bin dabei!
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Podcast: Gewalt vorbeugen – Azubis stärken

Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Übergriffe sind beim Arbeiten unter vielen Menschen eine reale Gefahr. Betriebe sollten Schutzmaßnahmen ausbauen und Auszubildende von Anfang an für das Thema sensibilisieren. Hören Sie rein in unseren Podcast – mit Stefanie Hobrack-Zscheich, Kommunikationstrainerin für Konfliktsituationen bei der BGHW.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Der Punkt, an dem Konflikte und Auseinandersetzungen zu Gewalt eskalieren, ist schnell erreicht, vor allem wenn die Kommunikation missglückt.
  • Diplom-Psychologin Stefanie Hobrack-Zscheich von der BGHW erklärt im Podcast die Zusammenhänge. Sie gibt Tipps, was Arbeitgeber tun sollten und wie Azubis Konflikte entschärfen können.
  • Das Präventionsprogramm Jugend will sich-erleben (JWSL) stellt unter dem Motto „Gewaltfrei? Bin dabei! Sicher in Ausbildung und Beruf“ für Betriebe ein Unterweisungskonzept und Filme zur Verfügung.
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Wenn die Situation eskaliert ...

Die Situation im Supermarkt ist zunächst ganz entspannt – ein Kunde schaut sich im Regal um. Doch er findet den gesuchten Artikel nicht. Schnell macht er seinem Ärger lautstark Luft – bei der nächsten Auszubildenen, die vorbeikommt. Was kann sie im Umgang mit dem konfliktbereiten Kunden tun? Wird er womöglich noch ausfälliger und gar handgreiflich? Und was hat ihr Arbeitgeber getan, um Gewalt am Arbeitsplatz vorzubeugen und sie zu schützen?

„Es ist wichtig, dass Betriebe und Schulen Auszubildende und junge Beschäftigte von Anfang an für das Thema Gewalt am Arbeitsplatz und den Umgang damit sensibilisieren“, so Hobrack-Zscheich. „Dazu gehört es zu vermitteln, wie sie Konflikte rechtzeitig erkennen und entschärfen können und was im Notfall zu tun ist“.
 

Gewalt hat viele Facetten

Im Podcast geht sie zunächst darauf ein, welche Formen von Gewalt es gibt und wie diese entstehen können. Denn zu verbalen und körperlichen Übergriffen führe meist ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren. Das können belastende Arbeitsbedingungen wie zum Beispiel Zeitdruck oder Alleinarbeit sein oder auch organisatorische Probleme wie zum Beispiel unklare Arbeitsabläufe. Beschäftigte, die mit Bargeld zu tun haben oder Personen kontrollieren, stehen auch immer wieder im Fokus von Übergriffen. „Im Zwischenmenschlichen hapert es meist an Missverständnissen durch nicht geglückte Kommunikation, die dann zur Eskalation führen kann“, weiß die Kommunikationstrainerin. Und manche Menschen suchen auch einfach ein Ventil, um „Dampf abzulassen“.
 

Mehr psychische Gewalt

So sind laut einer Befragung der BGHW für viele Mitarbeitende in Handel und Logistik Beleidigungen und Beschimpfungen von betriebsfremden Personen an der Tagesordnung. Besonders betroffen ist der Einzelhandel mit hohem Kundenaufkommen. „Übergriffe können prinzipiell sowohl von Kundinnen und Kunden als auch von Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten und Führungskräften ausgeübt werden“, gibt Hobrack-Zscheich zu Bedenken. Dabei kämen körperliche Übergriffe deutlich seltener vor als verbale, zu denen auch Bedrohungen zählen.

Portrait von Stefanie Hobrack-Zscheich, BGHW

Es ist wichtig, Vorfälle immer zu melden und zu dokumentieren, damit daraus gelernt werden kann.

Stefanie Hobrack-Zscheich, BGHWDiplom-Psychologin und Kommunikationstrainerin für Konfliktsituation

Betriebliche Schutzmaßnahmen und Mitarbeitende stärken

Die zentrale Frage lautet aber: Was kann im Hinblick auf Prävention getan werden? Zuallererst ist hier der Betrieb gefordert – er muss eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, um herauszufinden, wo Gefahren lauern. Dann gilt es, Schutzmaßnahmen abzuleiten, wie zum Beispiel eine Trennung zum Kundenbereich, sichere Fluchtwege, Alarmknöpfe und gute Beleuchtung. Alleinarbeit sollte, wenn möglich, vermieden werden. Mitarbeitende profitieren von Schulungen in Kommunikations- und Deeskalationstechniken. Auch ein Plan für den Notfall muss bereitstehen und bekannt sein. Und ganz wichtig: „Unternehmerinnen und Unternehmer sollten eine Kultur schaffen, in der Respekt und Wertschätzung selbstverständlich sind“, betont Hobrack-Zscheich.
 

Wie verhalten im Konfliktfall? 

Doch was kann ich selbst tun, um eine brenzlige Situation zu entschärfen? Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie tief durchzuatmen, um das Nervensystem zu beruhigen oder die Konfliktsituation für einen Moment zu verlassen. Außerdem kann es nützlich sein, eine dritte Person hinzuzuziehen oder das Thema zu wechseln. Wichtig sei es, so die Expertin, einen emotionalen Abstand zu dem Konfliktthema zu bekommen – vor allem, wenn man selbst auch aufgebracht ist.

Mehr erfahren & mitmachen!

Diese und weitere Tipps gibt es im Podcast der Aktion von Jungend will sich-er-leben (JWSL), die im Schuljahr 2025/26 unter dem Motto „Gewaltfrei? Bin dabei!“ steht. Die Materialien aus dem JWSL-Medienpaket sensibilisieren Auszubildende für das Thema im Unterricht und im Betrieb. Abrufbar sind unter anderem ein Unterweisungskonzept und Filme.

⇒ Hier geht’s zum Podcast mit Stefanie Hobrack-Zscheich

⇒ Hier geht’s zu den Aktionsmaterialien von JWSL für Betriebe

 

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Ihr Kontakt zu uns

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Stefanie Hobrack-Zscheich

Referentin Angebotsentwicklung, BGHW

Ansprechpartnerin beim Thema “Auszubildende”

E-Mail:
s.hobrack-zscheich(at)bghw.de

Oder richten Sie Ihre Anfrage per Kontaktformular an uns:
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