
Präventionsausschuss verabschiedet Stefan Wiltz
Nach 20 Jahren tritt Dr. Stefan Wiltz (Mitte) als Vorsitzender des BGHW-Präventionsausschusses zurück. Sein Nachfolger wird Thomas Arold, L'Sifa bei Lidl (links daneben).

Extrovertierte, durchsetzungsstarke Persönlichkeiten prägen in vielen Betrieben den Arbeitsalltag. Ruhige und zurückhaltende Mitarbeitende geraten dabei leicht aus dem Blick – ungeachtet ihrer Fähigkeiten. Was Führungskräfte tun können, um die sogenannten Quiet Potentials zu erkennen und zu fördern.
„Sie müssen mehr in den Vordergrund treten, damit Ihre Leistung gesehen wird.“ In Personalgesprächen mit ruhigeren Mitarbeitenden fallen gerne mal Sätze wie dieser. Führungskräfte, die Leistung selbst erkennen, sichtbar machen und honorieren, schaffen jedoch ein echtes Win/Win-Szenario. Sie handeln gleichermaßen im Sinne der Mitarbeitenden, der Firmenkultur und der Gesamtleistung des Unternehmens. Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft das Gefühl haben, übergangen zu werden, kann das belasten. Gerade ruhige Persönlichkeiten neigen dazu, Frustration nicht offen zu äußern, sondern sie mit sich selbst auszutragen. Auf Dauer wirkt sich das negativ auf Motivation und psychisches Wohlbefinden aus. Umgekehrt fördert ein wertschätzendes, offenes Arbeitsklima das Vertrauen. Wer sich ernst genommen und gesehen fühlt, beteiligt sich in der Regel aktiver, denkt mit und bleibt dem Unternehmen eher verbunden.
Um die Quiet Potentials zu erkennen, sollte sich das Führungspersonal fragen, wer unabhängig von der bisherigen Sichtbarkeit konstant zuverlässige Arbeit liefert. Vielleicht fällt dabei jemand auf, der oder die bislang übersehen wurde oder zu selten nach Meinungen gefragt wurde. Extrovertierte Kolleginnen und Kollegen äußern ihre Ideen und Gedanken oft spontan, ruhigere Mitarbeitende häufig erst nach einer Phase der Reflexion. Das bedeutet nicht weniger Engagement, sondern einfach nur einen anderen Zugang zur Arbeit. Kurze Einzelgespräche oder digitale Feedbackformate sorgen dafür, dass ihr Input trotzdem nicht verloren geht. Führungskräfte können diese Rückmeldungen dann wiederum in die Gruppe mitnehmen. Sie sollten zudem die Beiträge und Leistungen stillerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Anderen benennen. Das kann zum Beispiel in Teamrunden, Rundmails oder gegenüber weiteren Führungspersonen erfolgen. Ebenfalls wichtig ist eine Atmosphäre, in der alle das Gefühl haben, Fragen und Zweifel äußern zu können.
Wer das Potenzial von ruhigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einschätzen kann, entdeckt vielleicht auch mögliche neue Aufgabenbereiche. Das gilt ebenfalls für potenzielle Beförderungen, bei denen meistens eher die extrovertierteren Kolleginnen und Kollegen in Betracht kommen. Entscheidend ist es, die tatsächlichen Qualifikationen aller Mitarbeitenden zu sehen, sie optimal zu fördern und bestmöglich miteinander zu verbinden. Leistungsstarke Teams entstehen dort, wo unterschiedliche Persönlichkeiten ihre Stärken einbringen können. Führungskräfte können viel dafür tun, dies zu ermöglichen.

Nach 20 Jahren tritt Dr. Stefan Wiltz (Mitte) als Vorsitzender des BGHW-Präventionsausschusses zurück. Sein Nachfolger wird Thomas Arold, L'Sifa bei Lidl (links daneben).
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