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Rollcontainer gehören in der Logistik zum Alltag – und mit ihnen auch die Gummispanngurte, mit denen die Waren zuverlässig fixiert werden. Doch was Sicherheit bringen soll, kann auch eine Unfallquelle sein. Die zurückschnellenden Gurte haben bei Rewe-Mitarbeitenden immer wieder zu Verletzungen geführt: Platzwunden, Hämatome oder sogar der Verlust eines Zahns. Wie kann man das verhindern? Die Lösung wurde mit dem BGHW-Präventionspreis „Die Goldene Hand 2025” ausgezeichnet.
„Wir müssen handeln – und zwar schnell“, sagt Patrick Gloser, Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) im Frühjahr 2024 zu den Teilnehmenden des Arbeitsschutzausschusses (ASA) im Rewe-Logistikzentrum Henstedt-Ulzburg. Wieder einmal hatte sich ein Mitarbeiter mit einem Gummispanngurt verletzt – schwere Schnittwunden im Gesicht. Zu der Runde gehört auch Jochen Vogel, damaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung Rewe Nord. Der versteht die Botschaft und erteilt sofort den Auftrag: „Darum müssen wir uns kümmern! Vielleicht gibt es eine pfiffige Lösung, um diese Unfälle zu vermeiden.“ Das Problem ist klar: Beim Abkippen der Rollcontainer oder beim ineinander Stapeln verhaken sich die Gurte, spannen sich über Eck oder hängen bis zum Boden. Werden sie gelöst, schnellen die Metallhaken zurück – manchmal direkt ins Gesicht der Beschäftigten.
Gloser macht sich auf die Suche. Ein Team aus Logistik und Arbeitssicherheit recherchiert und googelt. Aber eine Lösung gibt es einfach nicht auf dem Markt. „Wir haben verschiedene Hersteller abgefragt, diverse Varianten getestet, aber nichts passte“, sagt die Sifa. Gloser stellt die Ergebnisse seiner Recherche und Tests der Geschäftsführung vor. Die zögert erneut nicht lange und beauftragt den Arbeitssicherheitsexperten damit, für Rewe selbst einen sicheren Gummispanngurt zu entwickeln. Das ist der Durchbruch!
Nach mehreren Anläufen findet Gloser gemeinsam mit den Kollegen und Kolleginnen aus den Abteilungen Logistik Nord, nationale Technik und technischer Einkauf eine Lösung: eine zweigeteilte Variante eines Gummigurts mit flachen Haken. Diese neue Konstruktion hat folgende Vorteile:
„Die neuen Spanngurte tragen wesentlich zur Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei. Die entwickelte Lösung ist in anderen Lebensmittelunternehmen einsetzbar.“
In den teilautomatisierten Rewe-Logistikzentren Henstedt-Ulzburg und Magdeburg werden die ersten Muster der neuen zweigeteilten Gummispanngurte getestet. Mit Erfolg. Nur wenige Details müssen angepasst werden, dann geben Betriebsrat, Einkauf und Technik schließlich grünes Licht. Ab 2026 sollen die Gurte deutschlandweit bei Rewe eingeführt werden. Die erste Charge wird aktuell produziert.
Die Rückmeldungen aus den Märkten und der Logistik sind schon heute sehr positiv. „Endlich eine spürbare Erleichterung“, erzählt Lkw-Fahrer Udo Behncke, der täglich von Henstedt-Ulzburg aus Rewe-Märkte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg beliefert. „Mit den neuen Gummispanngurten machst du die Rollcontainer einfach zack und zu. Da passiert nichts mehr.“ Auch Gloser ist zufrieden: „Es ist sehr schön, wie die Veränderung überall ankommt – und dass wir durch eine tolle Teamarbeit gemeinsam einen echten Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen leisten.“
Mit einem Umsatz von 31,6 Mrd. Euro (2024), bundesweit mehr als 170.000 Mitarbeitenden und 3.800 Märkten gehört die Rewe Markt GmbH zu den führenden Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Rewe gehört zur 1927 gegründeten genossenschaftlichen Rewe Group, die einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa ist.
Mitarbeitende Rewe Group: 380.000
Standorte: in 21 europäischen Ländern präsent

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