Auch wenn in Deutschland insgesamt weniger Alkohol getrunken wird, ist er während der Feiertage rund um Weihnachten und den Jahreswechsel allgegenwärtig. Auf der Firmenweihnachtsfeier wird tief ins Glas geschaut, an den Festtagen im Familienkreis der gute Tropfen geöffnet und in der Silvesternacht knallen die Sektkorken – ganz abgesehen von den rund 50 Millionen Liter Glühwein, die Menschen in Deutschland jährlich trinken.
Alkohol ist immer ungesund
Die 10,6 Liter reinen Alkohols pro Kopf und Jahr zeigen laut Bundesministerium für Gesundheit zwar einen leicht rückläufigen Trend. Dennoch gehört Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin zum oberen Drittel der Länder mit hohem Alkoholkonsum. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen zunehmend, dass jede Form von Alkoholkonsum – auch geringe Mengen – langfristig die Gesundheit beeinträchtigen kann. Alkohol ist nicht nur ein Risikofaktor für viele Erkrankungen, sondern auch für Unfälle: Im vergangenen Jahr ereignete sich durchschnittlich alle 15 Minuten ein Unfall, bei dem Alkohol eine Rolle spielte. Laut DVR verletzten sich 2024 insgesamt 17.776 Menschen bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen, 198 starben. „Alkohol am Steuer bleibt eine der Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle”, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Deshalb fordern wir ein Alkoholverbot für alle, die mit einem Fahrzeug am Verkehr teilnehmen – egal ob Auto-, Motorrad-, E-Scooter-, Fahrrad- oder Pedelec-Fahrende.“
Wahrnehmung und Reaktionsvermögen eingeschränkt
Gerade an den Feiertagen sollte man daher nach dem ein oder anderen Gläschen das Auto oder Fahrrad besser stehenlassen – auch wenn späte Stunde, kalte Temperaturen und eingeschränkter ÖPNV zur gegenteiligen Entscheidung verleiten. Alkohol wirkt aufgrund seiner betäubenden Wirkung auf das Nervensystem immer negativ auf zentrale Fähigkeiten wie Reaktionsvermögen, Konzentration und Sehleistung. Bei regelmäßigem Konsum kann sich der Körper zwar an Alkohol gewöhnen, sodass man sich nicht so schnell betrunken fühlt. Doch dieser Eindruck täuscht: Der Alkoholgehalt im Blut steigt genauso wie bei anderen Menschen.