
Einsatz für die Sicherheit
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Lithium-Ionen-Batterien stecken in Smartphones, Werkzeugen, Pedelecs oder Powerbanks. Damit wächst auch die Zahl der Alt-Batterien, die an den Handel zurückgegeben werden. Was passiert eigentlich nach deren Rückgabe? Darauf müssen Unternehmen bei Annahme, Lagerung und Abtransport achten.
Ausgediente Lithium-Ionen-Batterien (LIB) sind keineswegs Abfall ohne Wert. Im Gegenteil. Der globale Markt für das Recycling von LIB wird auf bis zu 10 Milliarden Euro geschätzt. Denn moderne Recyclinganlagen können heute einen Großteil der enthaltenen Rohstoffe zurückgewinnen – teilweise bis zu 96 Prozent. Dazu zählen Kupfer, Aluminium, Nickel, Kobalt und Lithium. Deshalb entstehen aktuell in vielen europäischen Ländern leistungsfähige Recyclingzentren, um diese wertvollen Materialien in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen.
Bevor aus einer alten Batterie jedoch wieder ein Rohstoff wird, durchläuft sie mehrere Prozessschritte. Zunächst werden die Batterien gesammelt, sortiert und in spezialisierten Anlagen tiefenentladen. Anschließend werden sie mechanisch zerkleinert und ihre Bestandteile voneinander getrennt. Dabei entstehen verschiedene Stoffgruppen, darunter die sogenannte Schwarzmasse. Sie enthält besonders wertvolle Bestandteile wie Lithium, Nickel und Kobalt, die für die Herstellung neuer Batterien benötigt werden. Diese Rückgewinnung reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen und kann langfristig die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Importen aus Asien verringern, so das Kiel Institut für Weltwirtschaft.
Für den Handel stellt sich die größte Herausforderung nicht im Recycling, sondern bei der Rücknahme. Denn nach dem Batterierecht-Durchführungsgesetz (BattDG) sind alle Vertreiber und Händler dazu verpflichtet, Batterien der gleichen Kategorie, die sie vertreiben und verkaufen, unentgeltlich zurückzunehmen – unabhängig von Marke und Kaufdatum. In vielen Supermarkt-Filialen stehen Sammelbehälter frei zugänglich im Kassen- oder Eingangsbereich. Nach den Erfahrungen von Rücknahmeanbietern landen dort regelmäßig nichtnur Batterien, sondern auch andere Abfälle, beschädigte Elektrogeräte oder defekte Powerbanks. „Das größte Problem sind die Fehlwürfe. Sie erhöhen die Risiken erheblich“, sagt Robert Sommer, Direktor der Reverse Logistics Group, die mit Rebat das größte Rücknahmesystem für Gerätebatterien in Deutschland betreibt. Besonders kritisch seien aufgeblähte oder beschädigte Lithium-Ionen-Akkus. Sie können sich unter ungünstigen Bedingungen stark erhitzen und im Extremfall entzünden. Erschwerend komme hinzu, dass für die Lagerung kleiner zurückgenommener LIB bislang nur begrenzte gesetzliche Vorgaben existieren. Dagegen gelten für leistungsstarke und größere LIB wie Pedelec-Batterien strenge Rücknahmebedingungen, weil diese dem Gefahrengutrecht unterliegen. Unternehmen, die vor allem kleine Batterien zurücknehmen, sollten deshalb im Rahmen ihrer Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen festlegen. Warum, erklärt der Entsorgungsexperte Sommer: „Eine Batterie kann Stunden nach einer Beschädigung reagieren. Deshalb ist es wichtig, auffällige Akkus frühzeitig zu erkennen und sicher von der regulären Sammlung zu trennen.“

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