
Fünf Regeln, die jeder Betrieb kennen sollte
Lithium-Ionen-Batterien (LIB) sind tückisch: Was sollten Unternehmen beachten nach einem Sturz oder einer Beschädigung alles beachten? Die fünf Grundregeln im Überblick.

Tessa Erzgräber und Michael Schneider vom Speditions- und Logistikdienstleister Zufall in Fulda haben vor einigen Monaten die Grundlagenausbildung für Sicherheitsbeauftragte (Sibe) bei der BGHW abgeschlossen. Wie fühlt sich die neue Rolle in der Praxis an?
An diesem Junimorgen sitzen die beiden neuen Sicherheitsbeauftragten Tessa Erzgräber und Michael Schneider in einem Besprechungsraum rund 15 Kilometer von ihrem eigentlichen Arbeitsplatz in Fulda entfernt. Heute ist die Sitzung des Arbeitsschutzausschusses (ASA) in Hünfeld, Ortsteil Michelsrombach, wo die Zufall Logistics Group ein großes Logistikzentrum betreibt. Auf dem Bildschirm an der Wand erscheinen nach und nach die Teilnehmenden, die sich von anderen Standorten zuschalten. Dr. Christoph Helmke, leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) bei Zufall, und Timo Schrimpf, Schriftführer und Sifa, berichten über aktuelle Unfallzahlen, die Ausbildung von Ersthelfern und Brandschutzfragen an einem neuen Standort. Betriebsärztin Dr. Gertrud Willert-Latsch vom Werksarztzentrum Fulda spricht über Bildschirmarbeitsplatzbrillen und wie man sie beantragt.
Gefährdungsbeurteilungen, Unfallanalysen, Planungsmaßnahmen – was für Außenstehende vielleicht trocken klingt, findet Sibe Tessa Erzgräber spannend: „In der ASA-Sitzung sprechen wir darüber, wie Sicherheit und Gesundheitsschutz im gesamten Betrieb gestaltet wird. Das ist für mich alles interessant und vermittelt mir Fachwissen, das ich auch an Kollegen und Kolleginnen weitergeben kann.“ Im vergangenen Sommer haben sie und ihr Kollege Michael Schneider die Grundlagenschulung für Sibe der BGHW in Alzey absolviert. Seitdem füllen sie ihre neue Rolle im Arbeitsalltag mit Leben.
Die Zufall Logistics Group ist ein familiengeführter Speditions- und Logistikdienstleister mit fast 100 Jahren Erfahrung. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, Logistik nachhaltig und achtsam zu gestalten.
Mitarbeitende: 2.150
Standorte: Elf Standorte in Deutschland
Größter Standort: Fulda
Produkte: Landverkehre Deutschland und Europa, Luft- und Seefracht, Zollservice, Night Star Express und Kontraktlogistik
Am Standort in Fulda kontrolliert Michael Schneider jeden Morgen die Lkw, bevor sie den Hof verlassen. Auch im Lager schaut er, ob alles seine Ordnung hat. „Sicherheit war schon vorher ein Kernthema meines Arbeitsalltags, aber durch die Schulung achte ich nun viel stärker auf Details“, sagt der 59-Jährige. „Ein Beispiel: zugestellte Notausgänge, weil sonst kein Platz ist. Ich gucke jetzt einfach noch genauer hin.“
Tessa Erzgräber arbeitet vor allem im Büro. Sie beobachtet viel und kommt mit anderen Mitarbeitenden ins Gespräch, um Arbeitsplätze noch sicherer zu machen. „Ich kann total gut verstehen, dass für viele Sicherheit nicht an allererster Stelle steht. Die Herausforderung bestand für mich anfangs darin, meine Kolleginnen und Kollegen auf die kleinen Risiken aufmerksam zu machen, damit auch im hektischen Arbeitsalltag auf die Arbeitssicherheit geachtet wird.“ Ein Argument, das Michael Schneider dabei oft begegnet: „Das machen wir schon immer so.“ Dann bringt er meist das Beispiel mit der roten Ampel: „Wenn du schon immer über die rote Ampel gefahren bist, war es auch schon immer falsch.“
Sicherheitsbeauftragte unterstützen die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz im Betrieb. Sie sind ehrenamtlich tätig und werden vom Unternehmen bestellt. Bei mehr als 20 Mitarbeitenden ist das sogar Pflicht.
Sibe haben die Sicherheit und Gesundheit im Betrieb im Blick und sind Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin für Unternehmer und Unternehmerinnen, Führungskräfte und Beschäftigte. Sie wirken auf sicheres Verhalten in ihrem Arbeitsbereich hin und haben in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem Betriebsbegehungen, Gefährdungsbeurteilungen, Kontrolle von Schutzeinrichtungen und Unterstützung bei der Einführung neuer PSA. Sie arbeiten eng mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) und dem Betriebsarzt oder der Betriebsärztin (wenn bestellt) zusammen, nehmen an Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses teil und machen auf Unfall- und Gesundheitsgefahren aufmerksam.
Die Ausbildung der Sicherheitsbeauftragten ist zweistufig: Sie besteht aus der Grundlagenqualifizierung sowie einem Aufbauseminar. Ergänzt wird sie durch Fortbildungsseminare mit jährlich wechselnden Themen.
Grundlagen: Allgemeine Grundkenntnisse und Fähigkeiten rund um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
Aufbauseminar mit verschiedenen Schwerpunkten: Hier werden die bei den Grundlagen erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten branchenspezifisch vertieft.
Fortbildung:
Weitere Infos zur BGHW-Ausbildung für Sibe finden Sie hier.
Allein in der Region Fulda arbeiten bei der Zufall Logistics Group 14 Sicherheitsbeauftragte an den verschiedenen Standorten. „Wir als Fachkräfte für Arbeitssicherheit können nicht überall gleichzeitig vor Ort sein“, erklärt die leitende Sifa Dr. Christoph Helmke. „Deshalb ist die Arbeitsschutzorganisation zusammen mit den Sibe für uns enorm wichtig. Sie geben uns wertvolle Hinweise und kommen auf gute Lösungen, um die Arbeitssicherheit im Unternehmen immer weiter zu verbessern.“
Sicherheitsbeauftragte arbeiten ehrenamtlich. Zusätzlich zu ihrer eigentlichen Tätigkeit machen sie auf Gefährdungen aufmerksam, sind Vorbild und Ansprechpartner in Sachen Arbeitssicherheit und fördern die Sicherheitskultur. „Ich fand es total schön, dass alle im Kollegenkreis meine neue Rolle sehr gut aufgenommen haben“, sagt Tessa Erzgräber. Daher ihr Tipp für angehende Sibe: „Niemand sollte sich Gedanken darüber machen, dass er oder sie als eine Art Aufpasser wahrgenommen wird. Die meisten reagieren viel positiver als man denkt.“
Die beiden Sibe geben zu, dass sie die Rolle auch privat nicht ganz ablegen können. Zu Hause zieht Michael Schneider konsequent ungenutzte Ladekabel aus der Steckdose. Tessa Erzgräber kümmert sich ganz selbstverständlich um Rauchmelder und Feuerlöscher. Keine Stolperfalle entgeht ihrem Blick. „Durch das Grundseminar haben wir einfach gelernt, auch auf die kleinen Dinge im Alltag zu achten.“
HUNDERT PROZENT begleitet Tessa Erzgräber und Michael Schneider bei ihrer Ausbildung zu Sicherheitsbeauftragten. Erfahren Sie in weiteren Beiträgen unserer Reihe, warum die beiden Mitarbeitenden der Zufall Logistics Group Sibe werden wollen und wie sie das Grundlagenseminar der BGHW erleben.
Mit Änderung des SGB VII hat der Gesetzgeber die Bestellung von Sicherheitsbeauftragten (Sibe) stärker von der betrieblichen Gefährdungslage abhängig gemacht.

Lithium-Ionen-Batterien (LIB) sind tückisch: Was sollten Unternehmen beachten nach einem Sturz oder einer Beschädigung alles beachten? Die fünf Grundregeln im Überblick.
Was passiert mit ausgedienten Lithium-Ionen-Batterien, und worauf müssen
Lithium-Ionen-Batterien stecken heute in unzähligen Geräten. Ihr Vorteil:
Die Internetseite des Sachgebiets Berufliche Bildung der DGUV bündelt
Konfliktbereite Kundschaft? Im neuen 120-minütigen Inhouse-Seminar lernen

Unter der Überschrift “Danke für ein Lächeln” stellt die BGHW ab Mittwoch, 12. August, eine Reihe neuer Medien vor, die diese Botschaft in den Arbeitsalltag tragen sollen.
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
E-Mail:
hundertprozent(at)bghw.de