
Häusliche Gewalt erkennen und richtig handeln
Mehr Menschen als je zuvor erlebten 2024 in Deutschland häusliche Gewalt. Die Folgen zeigen sich auch am Arbeitsplatz. Was können Führungskräfte und Unternehmer konkret tun?

Freundlichkeit steckt an. Schon ein Lächeln oder ein kleines Dankeschön kann den Ton verändern – an der Kasse, im Lager oder an der Laderampe. Mit neuen Medien möchte die BGHW genau diese Botschaft in den Arbeitsalltag tragen.

Ein Lächeln braucht keine Erklärung. Seine positive Botschaft versteht jeder. Und auf diese Wirkung setzen auch die neuen Medien der BGHW. Von Postern, Thekenaufstellern, Abreißzetteln und Postkarten lächeln freundliche Smileys in verschiedenen Posen und sagen Danke – etwa wie ‚Danke für Fairness auch unter Zeitdruck‘, ‚Danke für die respektvolle Zusammenarbeit‘ oder ‚Danke für die Verlängerung des Geduldfadens‘. Das Ziel: Dort, wo sie zum Einsatz kommen – auf dem digitalen Monitor im Eingangsbereich, an der Kasse, im Regalgang, an der Servicetheke, im Pausenraum, an der Laderampe – sollen sie an ein freundliches Miteinander erinnern und für einen respektvollen Umgang im Handel und in der Warenlogistik sensibilisieren.
Kathrin Schwarzmann, Arbeits- und Organisationspsychologin bei der BGHW, erklärt den Bedarf dieses Angebots: „Im Präventionsausschuss der BGHW-Selbstverwaltung berichteten Versicherte, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber aus der Praxis, dass sich der Umgangston auf den Verkaufsflächen verändert hat. Auch unsere Aufsichtspersonen kamen mit ähnlichen Rückmeldungen aus den Betrieben. Deshalb wollten wir ein Angebot schaffen, das möglichst viele Unternehmen ohne großen Aufwand nutzen können – unabhängig davon, ob sie nur selten oder häufiger mit schwierigen Situationen konfrontiert sind.“
Die BGHW-Mitgliedsunternehmen können diese Medien jetzt kostenlos im BGHW-Medienshop bestellen: Poster in verschiedenen Größen – gedruckt und digital – zum Beispiel für Wände, Sonderflächen und Monitore. Außerdem Aufsteller für den Thekenbereich, ebenso gedruckt und digital, Postkarten für den Point of Sale oder zum Mitnehmen sowie Abreißzettel für den Pausenraum. „Die Unternehmen können die Medien um ihr Firmenlogo ergänzen und sich bei Sonderwünschen an den BGHW-Medienshop wenden“, sagt Gabriele Menge-Ullbrich, stellvertretendes Mitglied im Präventionsausschuss für die Versichertenseite. Den Verantwortlichen war wichtig, dass die Unternehmen die Medien flexibel und kreativ einsetzen können. Jedes Unternehmen soll selbst entscheiden, welche Motive und Botschaften am besten zu ihm passen. Gabriele Menge-Ullbrich ist sich sicher: „Gerade mit solchen niedrigschwelligen Maßnahmen können wir im Alltag viel erreichen. Sie sind eine kleine, aber wichtige Unterstützung und können die Beschäftigten durch den Tag tragen.“
Jeder kennt solche Situationen: Man möchte einfach nur schnell einkaufen, draußen ist es heiß, die Schlange an der Kasse ist lang, man ist genervt … wie schnell rutscht einem dann ein unfreundliches Wort heraus. „Die Poster, Aufsteller und Postkarten sollen wie ein kleiner Spiegel wirken und uns daran erinnern, wie wir selbst behandelt werden möchten“, sagt Kathrin Schwarzmann. Dass die Medien ausdrücklich Freundlichkeit vermitteln, sei eine klare Entscheidung gewesen. „Weil wir nicht belehrend auftreten oder weitere Konflikte provozieren wollen“, erklärt Thomas Arold, Vorsitzender des Präventionsausschusses für die Arbeitgeberseite und leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Lidl. „Wir sind überzeugt, dass sich alle Menschen einen wertschätzenden Umgang wünschen und wollen das ins Bewusstsein holen“, so Thomas Arold.
Kristina Kroß hat sich ebenfalls für die Erstellung der Medien stark gemacht. Die Betriebsrätin bei Kaufland in Berlin vertritt die Versichertenseite im Präventionsausschuss und findet es wichtig, der zunehmenden Verrohung im Arbeitsalltag etwas entgegenzusetzen. „Natürlich erreichen wir damit niemanden, der bewusst aggressiv in ein Geschäft geht oder Gewalt ausüben will. Das ist auch nicht unsere Zielgruppe, dafür brauchen wir nach wie vor geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen“, so Kristina Kroß. Mit diesen Medien könnten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber jedoch ein Zeichen setzen. Beschäftigte fühlten sich gehört und gemeinsam könne man sich für ein gutes Miteinander einsetzen. Thomas Arold ergänzt: „Unser Wunsch ist, dass möglichst viele Unternehmen – unabhängig von ihrer Größe – mitmachen. Natürlich erreichen große Handelsunternehmen besonders viele Menschen. Entscheidend ist aber, dass Kundinnen und Kunden dieselben Motive in unterschiedlichen Geschäften sehen. Dadurch entsteht ein Wiedererkennungseffekt und die Botschaft gewinnt an Kraft: Der Handel setzt gemeinsam ein Zeichen für mehr Freundlichkeit und Wertschätzung.“
Bestellen Sie die Medien in unserem Medienshop. Der Download ist für alle kostenfrei.

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