Mehrere Mitarbeitende stehen vor dem geöffneten BGHW mobil, dem Klein-Lkw für Präventionszwecke, und hören dem Trainer interessiert zu.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Das BGHW mobil beim Safety Day

Das BGHW mobil bringt Sicherheit rund um Wege, Fußgängerbereiche, Fahrrad- und E-Scooterverkehr dorthin, wo sie im Arbeitsalltag zählt: direkt in den Betrieb. Mit interaktiven Stationen, modernen Exponaten und kurzen, praxisnahen Einheiten erleben Beschäftigte typische Gefahren im Arbeitsalltag selbst. Beim Safety Day des Chemiegroßhändlers Brenntag in Heilbronn sind von der Chefetage bis zum Lager alle begeistert.

 

Das Wichtigste im Überblick

  • Beim Safety Day von Brenntag in Heilbronn macht das BGHW mobil Sicherheit auf betrieblichen Wegen, zu Fuß, mit dem Fahrrad und E-Scooter direkt erlebbar – mit interaktiven Stationen statt klassischer Unterweisung.
  • Mitarbeitende lernen unter anderem das Bremsverhalten von E-Bikes und moderne Helme kennen.
  • Im Lagersimulator mit VR-Brille und am Rutschsimulator werden typische Gefahren wie Stolpern und Ausrutschen praxisnah erfahrbar.
  • Das Konzept des BGHW mobil setzt auf Lernen durch Erleben: kurze Einheiten, direkte Ansprache und Austausch auf Augenhöhe mit den Trainern.
  • Unternehmen können das BGHW mobil kostenlos buchen und so Prävention wirksam in den Arbeitsalltag integrieren.
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Sicherheit zum Anfassen

Morgens um acht im Gewerbegebiet Heilbronn, die Sonne scheint. Auf dem Parkplatz des Unternehmens Brenntag, einem Großhändler für Chemikalien, bringen Alexander Lauckner und Heiko Klick einen Lkw in Position. Seitenklappe öffnen, Stufen anbringen, Technik hochfahren – nach wenigen Handgriffen entpuppt sich der kompakte 7,5-Tonner als BGHW mobil: Ein Lkw, der sichere Wege im Betrieb und auf dem Arbeitsweg zum Live-Erlebnis macht. Alexander Lauckner und Heiko Klick fahren für die BGHW als Verkehrssicherheitstrainer mit dem Mobil quer durch die Republik und lassen Beschäftigte das Thema Sicherheit hautnah erfahren.

Und genau aus dem Grund hat auch Markus Özmen das BGHW mobil gebucht. Der Safety Manager am Heilbronner Brenntag Standort hat den Safety Day mit verschiedenen Stationen organisiert, im Mittelpunkt steht das Mobil. „Stolper- und Rutschgefahren gibt es überall im Betrieb. Da wollen wir ansetzen. Außerdem kommen mittlerweile viele Kolleginnen und Kollegen mit dem E-Bike zur Arbeit oder nutzen E-Scooter. Wir wollen alle für vorausschauendes Fahren und Helmtragen sensibilisieren“, sagt er.
 

Kurzer Bremstest, nachhaltige Wirkung

Um neun Uhr kommt die erste Gruppe von Mitarbeitenden aus Verwaltung, Labor und Lager zum BGHW mobil. Schnell ist man mit den Trainern per du. Alexander und Heiko demonstrieren das Bremsverhalten von E-Bikes. Ein kurzer Sprint, dann eine Vollbremsung. Ohne ABS hebt sich das Hinterrad bedrohlich. Mit ABS bleibt das Rad stabil. Mit Pylonen veranschaulichen sie, wie viel Strecke allein durch Reaktionszeit verloren geht.

Was gewinnt – Kopf oder Smartphone

Weiter geht’s mit Kopfschutz. „Wer von euch trägt beim Fahrrad- oder E-Scooterfahren einen Helm?“, fragt Alexander. Ein paar Hände gehen hoch, viele bleiben unten. „Und wer hat eine Schutzhülle und Panzerglas fürs Smartphone?“ Ertappt! Alle lachen, weil jetzt fast alle Hände nach oben gehen. Heiko erklärt: „Wir wollen nicht belehren, sondern zeigen, wie unterschiedlich Sicherheit wahrgenommen und gehandhabt wird.“ Beide Trainer reichen ein modernes Fahrradhelm-Modell herum, mit integrierter Notruffunktion und Blinker. Als Alternative zeigen sie einen Fahrrad-Airbag, der wie eine Halskrause getragen wird. „Das habe ich ja noch nie gesehen“, kommentiert ein Mitarbeiter. Das zeichnet das BGHW mobil aus: neueste Technik und innovative Ausstattung zum Ausprobieren.

Erleben statt nur erklären

„Das Prinzip des BGHW mobil ist einfach und wirksam: sicheres Arbeiten nicht theoretisch erklären, sondern live erleben“, sagt Sabine Wagner. Sie ist bei der BGHW für Verkehrssicherheit zuständig und kümmert sich um die Einsatzplanung des Mobils, das für BGHW-Mitgliedsunternehmen kostenlos ist. „Die Art, wie die Trainer mit den Beschäftigten auf Augenhöhe, ohne erhobenen Zeigefinger sprechen, kommt immer gut an“, erzählt sie.

Porträt von Sabine Wagner, Expertin bei der BGHW für den Verleih des BGHW mobils

Das Prinzip des BGHW mobil ist einfach und wirksam: nicht theoretisch erklären, sondern live erleben.

Sabine WagnerBGHW-Expertin für Verkehrssicherheit und zuständig für die Einsatzplanung des Mobils.

Stolpern, Rutschen, Stürzen können alle vermeiden

Porträt von Dr. Christoph Wetzel, BGHW-Experte für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
Dr. Christoph Wetzel ist bei der BGHW Experte für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle und hat die Exponate des Mobils mitentwickelt.

Neben sicherem Fahrrad- und E-Scooterfahren sowie sicheren Wegen zur Arbeit richtet das BGHW mobil den Blick auf die Bereiche, in denen sich Beschäftigte täglich bewegen: Lager, Laufwege, Verkehrsflächen und Arbeitsplätze im Betrieb – denn Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle (SRS) sind ein weiterer Fokus des BGHW mobil. SRS-Unfälle sind nach wie vor die Ursache Nummer eins der gemeldeten BG-Unfälle. Im Inneren des Mobils gibt es dafür den Lagersimulator: Eine VR-Brille auf dem Kopf, ein Controller in der Hand, ein paar Schritte auf einem Laufband und schon steht man mitten in einem chaotischen Lager. Pfützen auf dem Boden, Paletten im Weg, ein offenes Fenster, durch das Regen hereintropft. Wer hier durchgeht, muss aufmerksam sein. Die Idee des Lagersimulators stammt von Dr. Christoph Wetzel, BGHW-Experte für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle. „Der Simulator ist von der Machart her an ein Videospiel angelehnt. Wer die VR-Brille aufzieht, lernt, Stolper- und Rutschgefahren zu erkennen. Vor allem wird aber deutlich: Jeder kann etwas zur Sicherheit und Ordnung beitragen und Unfälle vermeiden“, erklärt er. „Entweder selbst wegräumen oder potenzielle Unfallgefahren melden.“ Ein Brenntag Mitarbeiter setzt die VR-Brille ab und ist begeistert. „Prävention als Game, coole Idee!“ Genau solche Momente mag Trainer Alexander Lauckner: „Die Beschäftigten haben beim Ausprobieren Spaß, und trotzdem kommt die Ernsthaftigkeit der Sicherheitsthemen rüber.“

Theorie gibt es genug, Erfahrung bleibt

Ein paar Meter weiter steht der Rutschsimulator. Eine Mitarbeiterin steigt auf das Laufband, lässt sich den Sicherungsgurt anlegen, dann wird die Fläche nach und nach angehoben. Bei einer Neigung von 16 Grad kommt sie ins Rutschen. „Erst wenn die Leute selbst spüren, wie rutschig manche Schuhsohlen sind, wird ihnen klar, wie sinnvoll Sicherheitsschuhe sind“, erzählt Trainer Alexander. Sabine Wagner kennt diesen Effekt: „Selbst ausprobieren ist immer besser als Theorie. Das bleibt einfach länger im Kopf.“

Das BGHW mobil wirkt

Die Buchung des BGHW mobil ist einfach, sagt die Verkehrsexpertin: „Über die Homepage, per E-Mail oder telefonisch direkt bei mir. Wir schauen dann gemeinsam nach einem passenden Termin.“ Vor Ort sind immer zwei Trainer mit dabei, die in kurzen Einheiten mit kleinen Gruppen die verschiedenen Themen erlebbar machen. „Die Stärken des Mobils liegen darin, dass es zu den Betrieben, zu den Menschen kommt und dass es ein Angebot ohne Hürden ist“, bringt es Sabine Wagner auf den Punkt. Einfach reingehen, ausprobieren und etwas mitnehmen, das schätzen die Mitgliedsbetriebe sehr. „Absolut“, strahlt Markus Özmen. Für ihn steht nach diesem Vormittag fest: Das Mobil war nicht nur ein Programmpunkt. Es war der Moment, in dem Sicherheit greifbar wurde.

Die Vorteile des BGHW mobil

Prävention live erleben: Mitarbeitende probieren gefahrlos potenzielle Risiken selbst aus, statt sie nur erklärt zu bekommen.

Direkt im Betrieb: kein Seminarraum, keine Anreise – das Angebot kommt zu den Beschäftigten.

Hohe Wirksamkeit: Selbst Erlebtes bleibt länger im Gedächtnis als Theorie.

Fokus auf reale Risiken: Stolpern, Rutschen, Stürzen sowie Wegeunfälle gehören zu den häufigsten Unfallursachen.

Niedrigschwellige Teilnahme: kurze Einheiten, flexibel in den Arbeitsalltag integrierbar.

Aktuelle Mobilitätsthemen inklusive: E-Bike- und E-Scooter-Sicherheit, Helmtragen, Bremsverhalten und modernes Equipment

Einfache Organisation: Buchung unkompliziert über Kontaktformular, E-Mail oder Telefon.

Kostenloser Service: Für BGHW-Mitgliedsunternehmen ist das BGHW mobil inklusive Trainer kostenlos. Unternehmen anderer Unfallversicherungsträger erhalten einen Kostenvoranschlag.
 

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