Ein kurzer Augenblick genügt. Zum Beispiel beim Reinigen einer Pasteurisierungsanlage in einer Winzerei. Einmal nicht aufgepasst und schon können Spritzer einer Natronlauge im Auge landen. Gut, wenn die Augen jetzt nicht nur durch den Lidschlag, sondern durch ein Visier oder eine Schutzbrille geschützt sind. Lösungsmittel oder aggressive Reinigungschemikalien, aber auch Staub und Splitter können das Auge dauerhaft schädigen.
Ein unglücklicher Moment reicht
BGHW-Aufsichtsperson Chris Schreiber kennt solche Fälle: „Die Leute denken oft: Für die 15 Sekunden beim Umfüllen oder Reinigen brauche ich keine Schutzbrille.“ Dabei reiche manchmal schon ein unglücklicher Moment, sagt Schreiber, der sich an einen Unfall in einem Lebensmittelbetrieb erinnert: Eine Mitarbeiterin wollte einen Kanister mit stark ätzendem Reinigungsmittel anschließen. Ihre Hände waren nass, der Behälter rutschte ab, der Inhalt spritzte ihr ins Gesicht. „Mit einer Schutzbrille hätte sich das verhindern lassen“, sagt der Themenfeldverantwortliche für Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Zum Beispiel mit einer geschlossenen Vollsichtbrille oder einem Gesichtsschutzschirm, der Gesicht und Hals etwa beim Arbeiten mit aggressiven Flüssigkeiten oder unter Druck stehenden Behältern schützt.
Unterschätzte Gefahren
Moderne Schutzbrillen sind heute leichter, komfortabler und besser an unterschiedliche Gesichtsformen angepasst als noch vor wenigen Jahren. „Es gibt allerdings nicht die Universalbrille“, sagt Schreiber. „Eine Brille, die gut vor Partikeln schützt, schützt vielleicht nicht vor UV- oder Infrarotstrahlung.“ Häufig werden die Gefahren für die Augen im Arbeitsalltag unterschätzt, besonders bei Routine-Tätigkeiten.