Handel: Zwischen Kostendruck und körperlicher Belastung
Im Handel bewerten 73 Prozent der Beschäftigten die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens als gut. Auch steigende Betriebskosten (49 Prozent) und Nachfrageeinbrüche (40 Prozent) stellen zentrale Herausforderungen dar. Unfallrisiken entstehen hier vor allem durch Stolpern, Rutschen und Stürzen (72 Prozent), aber auch beim innerbetrieblichen Transport durch Fahrzeuge (z. B. Gabelstapler) in Lagerhallen oder auf dem Betriebsgelände (42 Prozent). Das Risiko durch den Umgang mit Werkzeugen (31 Prozent) und Maschinen (29 Prozent) wird ebenfalls als relativ hoch eingeschätzt.
Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil an körperlichen Belastungen (32 Prozent), etwa durch schweres Heben oder ungünstige Arbeitsbedingungen. Zeitdruck und Überstunden gelten auch hier als Hauptfaktoren für Unfälle. Gleichzeitig sind ergonomische Verbesserungen und flexible Arbeitszeiten für viele Handelsbeschäftigte zentrale Hebel, um ihre Tätigkeit langfristig sicher und gesund auszuüben.
Logistik: Gefahren im Betrieb und auf der Straße
In der Logistikbranche (Verkehr und Lagerei) fällt die wirtschaftliche Einschätzung etwas verhaltener aus: 62 Prozent sehen ihr Unternehmen in guter Lage, 36 Prozent jedoch als wirtschaftlich belastet. Neben dem Fachkräftemangel (58 Prozent) sind die steigenden Kosten (53 Prozent) eine der größten Herausforderungen.
Die Unfallrisiken in dieser Branche sind vielfältig: Neben klassischen Gefahren wie Stolpern und Stürzen (67 Prozent) spielt vor allem der innerbetriebliche Transport (33 Prozent) und Arbeiten im Straßenverkehr (31 Prozent) eine überdurchschnittlich große Rolle. Auch der Umgang mit Maschinen und Gefahrstoffen ist häufig riskant. Zudem geben 39 Prozent der Beschäftigten an, durch Hitze oder Kälte besonders belastet zu sein – deutlich mehr als in anderen Branchen. Körperliche Beanspruchung und eine oft belastende Arbeitszeitgestaltung (32 Prozent) sind weitere zentrale Stressoren, die das Unfallrisiko erhöhen.