Fahrsicherheitstraining mit Pilonen
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 5 Minuten

Fahrspaß trifft Verantwortung

Die BGHW-Pedelec-Roadshow war zu Gast beim Fahrradhersteller Prophete in Moving im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück. Das Unternehmen spendet zusammen mit seinem Schwesterunternehmen New Cycle der BGHW vier nagelneue Pedelecs und vier E-Scooter, die zukünftig beim Fahrsicherheitstraining zum Einsatz kommen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Fahrsicherheitstrainings der BGHW kombinieren Theorie und Praxis, um Gefahrenbewusstsein und Fahrkompetenz bei Pedelec-Nutzung zu stärken.
  • Häufige Unfallursachen sind Fehleinschätzungen von Geschwindigkeit, Abstand und Technik – besonders bei modernen E-Antrieben.
  • Praktische Übungen wie Gefahrbremsung, Slalom und Balance-Training verbessern die Fahrzeugbeherrschung in kritischen Situationen.
  • Die Trainings sind für Mitgliedsunternehmen kostenlos und können direkt im Betrieb durchgeführt werden.
  • Ziel ist es, Wegeunfälle zu reduzieren und Beschäftigte nachhaltig für sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu sensibilisieren.

 

Trainingstag beim Fahrradhersteller

Das Bild zeigt Uwe Neubert aus dem BGHW-Trainerteam, der Teilnehmenden am Fahrsicherheitstraining erklärt, wie man sicher mit dem Pedelec unterwegs ist.
Uwe Neubert aus dem BGHW-Trainerteam erklärt den Teilnehmenden am Fahrsicherheitstraining, wie man sicher mit dem Pedelec unterwegs ist.

Der Morgen ist klar und kühl, die Sonne scheint, ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Zeit, die Fahrräder aus dem Winterschlaf zu holen. Auch bei Prophete in Moving startet die Saison. Der Hersteller von Fahrrädern, E-Bikes und Fahrradzubehör hat Beschäftigte zu einem Fahrsicherheitstraining der BGHW eingeladen. Diese richtet die kostenlosen Trainings aus, damit die Radfahrenden in ihren Mitgliedsbetrieben gesund und sicher ans Ziel kommen. Bei Prophete in Moving am Firmensitz in Rheda-Wiedenbrück ist deshalb heute Trainingstag – mit theoretischem Schulungs- und praktischem Übungsteil.

Vom Perspektivwechsel bis zur Gefahrbremsung

„Wir wollen vor allem das Gefahrenbewusstsein schärfen“, erklärt Uwe Nestler aus dem BGHW-Trainerteam. „In der Praxis beobachten wir viel Fehleinschätzungen der eigenen Geschwindigkeit oder unzureichenden Abstand.“ Im anfänglichen Theorieteil geht es deshalb um kritische Situationen, klassische Unfallrisiken und das „Lesen“ von Situationen: Schienen, Gullydeckel, sich öffnende Türen, Blickkontakt und Abstand. Dazu gibt es Empfehlungen für den Alltag auf zwei Rädern: „Fahrt nur mit Helm! Tragt reflektierende Kleidung! Und haltet ausreichend Abstand zum Vorausfahrenden! Wenn mein Vordermann ein Problem hat, dann habe ich auch eins.“ Viele Aha‑Momente entstünden durch kleine, einfache Tipps – und durch das Erleben in den praktischen Übungen, so Nestler. 

Björn Pieper

Ich habe eine Affinität zum Fahrradfahren und war natürlich motiviert. Besonders hilfreich fand ich die Übung, bei der wir kontrolliert langsam fahren mussten – das macht man im Alltag ja kaum. Genau deshalb kann ich das Training nur empfehlen: Man bekommt Sicherheit in nicht alltäglichen Situationen.

Björn Pieper (42)Abteilung Logistik Verzollung/Import bei Prophete in Moving

Von der Theorie in die Praxis

Die Übungen finden auf einem Parcours statt, den Uwe Nestler mit seinen Kollegen auf dem Firmengelände aufgebaut hat: sauber aufgereihte Plastikkegel, Slalomstangen, ein Kippelbrett. Hier werden sich die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Prophete in Moving gleich ausprobieren. Im Vordergrund steht die Beherrschung des Rades: bei der Gefahrbremsung aus voller Fahrt, beim Slalomfahren oder auch bei Langsamfahrübungen. Ein Teilnehmer rollt mit einem Pedelec über eine schmale Wippe, hält das Gleichgewicht, bremst, und schafft es ohne Absteigen hinüber – der Trainer signalisiert: Daumen oben. Selbstverständlich tragen alle Helm. Das ist Pflicht. Klickpedale und -schuhe bleiben draußen – das erleichtert ein sicheres Absteigen. Die Prophete-Beschäftigten sind mit Eifer dabei und haben Spaß an den Übungen, trotz einiger Wackler und Schlenker. Auch Werner Grosche, Leiter Logistik bei Prophete in Moving und New Cycle sowie Beauftragter für Arbeitsschutz, ist dabei. Er hat das heutige Training initiiert. „Unser Signal ist: Uns ist es das wert, etwas für die Sicherheit zu tun. Und eine Schulung durch Externe hat ein anderes Gewicht, als wenn intern mal eben jemand Tipps gibt“, erzählt Grosche. Das Gelernte können die Beschäftigten sofort auf Arbeitswegen und Dienstfahrten anwenden – und auch im privaten Umfeld.

Win-Win-Situation

Das Besondere heute: Parallel zu Theorie und Praxis läuft am Trainingstag in Rheda‑Wiedenbrück eine offizielle Übergabe. Im Rahmen des Events stellt der Fahrradhersteller der BGHW vier Pedelecs und vier E-Scooter zur Verfügung. Diese werden nach dem Training in den BGHW-Transporter verladen und kommen künftig bei anderen Trainings zum Einsatz. „Bei der Anfrage, Räder und E‑Scooter bereitzustellen, haben wir nicht eine Sekunde gezögert“, sagt Grosche. „Auch unser Ziel ist es, Wegeunfälle zu reduzieren und Beschäftigte zu sensibilisieren.“ Ein sichtbares Bekenntnis zur Prävention – und quasi Ehrensache bei einem Fahrradhersteller.

Alessandro Enzo Terrana (41), Transport und Frachten:

Ich fahre wenig Fahrrad, bin deshalb ab und zu etwas zu gelassen. Die Situationen im Training haben mir gezeigt, dass ich mich mehr konzentrieren muss. Ich kann allen Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen, so ein Training mitzumachen – und sich generell die Technik eines Pedelecs oder E-Bikes genauer anzugucken.

Alessandro Enzo Terrana (41)Abteilung Logistik, Transport und Frachten bei Prophete in Moving

Warum die BG investiert – und was sich verändert hat

Das Bild zeigt die offizielle Übergabe von vier Pedelecs und vier E-Scootern von Prophete in Moving an die BGHW in Rheda-Wiedenbrück
Der Fahrradradhersteller Prophete in Moving übergab vier Pedelecs und vier E-Scooter an die BGHW: Uwe Neubert, Ina Papen (beide BGHW), Werner Grosche (Leiter Logistik Prophete in Moving), Rui Xu (Geschäftsführer Prophete in Moving), Kathrin Gilgasch (Leiterin Vertrieb Prophete in Moving) und Uwe Nestler aus dem Team Verkehrssicherheit BGHW (v. lks.).

„Wir bieten die Trainings seit 2023 an, weil das Unfallgeschehen spürbar zugenommen hat“, sagt Ina Papen aus der Prävention der BGHW. Die Zahlen zeigen: Pedelecs und E‑Scooter werden immer beliebter, gleichzeitig steigt die Zahl der Wege- und Dienstwegeunfälle mit diesen Fahrzeugen. „Viele Fahrerinnen und Fahrer unterschätzen die Dynamik moderner Antriebe.“ Ideal sei es, wenn Teilnehmende mit ihren eigenen Rädern kommen. „Aber wir bringen natürlich auch Pedelecs mit“, so Papen. E‑Scooter werden im Alltag allerdings oft eher ausgeliehen – dafür braucht es im Training eine verlässliche Option. „Die haben wir jetzt dank der Spende von Prophete.“

Die BGHW übernimmt die Kosten für die Schulungen – inklusive Trainer, Reisekosten und Transport der bereitgestellten Räder, das komplette Paket eben. Voraussetzungen für die Betriebe sind ein geeigneter Schulungsraum für den Theorieblock, eine abgesperrte Übungsfläche und der obligatorische Helm. „Wir würden uns wünschen, wenn noch mehr Unternehmen unser kostenloses Training nutzen würden“, betont Papen. „Bislang nehmen Unternehmen unser Angebot noch zu selten wahr.“ Kapazitäten für Fahrsicherheitstrainings gebe es noch, so Papen, es müssen sich nur ausreichend Teilnehmende für einen Trainingstag anmelden.

Fazit – ein Tag, der bleibt

Am Ende des Trainingstags werden die Bikes abgestellt, die Helme gelockert, letzte Fragen gestellt. Die frisch übergebenen Pedelecs und E‑Scooter stehen bereit für ihren Einsatz in ganz Deutschland. Das Training hat Sicherheit vermittelt, das Risikobewusstsein geschärft und geholfen, gefährliche Situationen realitätsnah, aber kontrolliert zu üben. Viele der erlernten Fähigkeiten sind sofort nutzbar – egal ob auf dem Arbeitsweg oder der privaten Radtour. Was bleibt? Viele kleine Aha‑Momente, gestärktes Selbstvertrauen – und ein klares Zeichen dafür, wie Hersteller und Berufsgenossenschaft gemeinsam Verantwortung für sichere Arbeitswege übernehmen. Trainer Uwe Nestler bringt es auf den Punkt: „Wer Beschäftigten Arbeitsmittel wie ein Fahrrad überlässt oder nachhaltige Mobilität fördern möchte, sollte auch an Unterweisung und Schulung denken.“

Pedelec-Trainings

Wer sicher auf dem Rad ist, muss dies noch lange nicht auf dem Pedelec sein. Viele unterschätzen ihr Gefährt. Pedelec-Fahrtrainings sensibilisieren unter anderem für eine defensive Fahrweise und geben Tipps, um rechtzeitig gefährliche beziehungsweise unfallträchtige Situationen im Verkehr zu erkennen. 

Kontakt für Pedelec-Trainings für Mitgliedsunternehmen der BGHW: 

Svetlana Weber
Referat Verkehrssicherheit und Transport
sv.weber(at)bghw.de
0621 183-5978

Pedelec Training
E-Mail: roadshow(at)bghw.de

Weitere interessante Themen

Warum Sonnenschutz ein Muss ist!

Vom Frühjahr bis in den Spätherbst ist UV-Schutz für Betriebe ein wichtiges Thema im Arbeitsschutz. Erfahren Sie mehr dazu und über die Serviceangebote der BGHW!

Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Mythen im Straßenverkehr (1)

Ein kurzer Blick aufs Handy, ein bisschen zu schnell fahren. Halb so wild? Fehlverhalten im Straßenverkehr wird oft verharmlost und kann im schlimmsten Fall Leben kosten.

Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 5 Minuten

Besser gucken – Training fürs Auge

Der Arbeitsalltag am Monitor, Scanner oder Tablet ist anstrengend. Was kann man tun, damit sich brennende, trockene oder müde Augen entspannen und erholen?

Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten
Zurück nach oben springen

Ihr Kontakt zu uns

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

Redaktion "Hundert Prozent"

E-Mail:
hundertprozent(at)bghw.de

Oder richten Sie Ihre Anfrage per Kontaktformular an uns:
Kontaktformular

Datenschutzhinweis:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Nutzerinnen und Nutzer,

Sie haben gerade auf die Verlinkung zu unserem Angebot auf %s geklickt. Wenn Sie unten auf „weiter“ klicken und damit dieses Angebot nutzen, können (personenbezogene) Nutzungsdaten durch den Anbieter des Dienstes erfasst und ggf. auch außerhalb der Europäischen Union weiter verarbeitet werden. Auf Art und Umfang der verarbeiteten Daten haben wir keinen Einfluss. Weitere Informationen zu dieser Datenverarbeitung finden Sie in den Datenschutzhinweisen des Anbieters.