Sprecher: Der Klinik- und Rehaausschuss ist ein wichtiger Ausschuss der Selbstverwaltung der BGHW. Gabriele Menge-Ullbrich und Dr. John Bötticher sind die Ausschussvorsitzenden. Sie ist bereits seit den Anfängen des Ausschusses dabei.
Gabriele Menge-Ullbrich: Informationsaustausch ist ja eigentlich im Klinik- und Rehaausschuss wirklich das, was wir machen. Und wenn man das historisch betrachtet, warum wir eigentlich als Klinik- und Rehaausschuss in der BG mal so waren, dann war das eigentlich so, dass wir als BG kaum Informationen hatten als einzelne Personen. Was wird eigentlich in jeder Klinik gemacht?
Sprecher: Zum Verbund der BG Kliniken gehören 13 Einrichtungen: neun Akutkliniken, eine Klinik für Berufskrankheiten, eine Reha-Klinik sowie zwei Ambulanzen. Welche Vorteile haben BG Versicherte eigentlich von einer BG Klinik?
Gabriele Menge-Ullbrich: Eine BG Klinik ist eine Akut- und eine Reha-Klinik gleichzeitig, ich habe einen Unfall, ich werde operiert und wie heißt das so schön noch blutig am Bett werde ich schon bewegt.
Dr. John Bötticher: Der Unterschied zu den anderen Kliniken besteht darin, dass der Versicherte, wenn er einen Wegeunfall oder einen Arbeitsunfall hat, einfach besser versorgt wird.
Sprecher: Besonders deutlich wird das, wenn BG Patienten, sogenannte SGB 7 Patienten und privat Verunfallte, sogenannte SGB 5 Patienten, auf einem Zimmer liegen.
Dr. John Bötticher: Wenn ich als SGB 7 Patient versorgt werde vom Klinikum, dann bekomme ich zum Beispiel auch von den Anwendungen schon weitaus mehr, also Physiotherapie bekomme ich als SGB 7 Verunfallter fünfmal die Woche, und wenn ich normal Kassenpatient bin, kriege ich das nur zweimal. Das heißt, die Versorgung ist weitaus intensiver.
Sprecher: Das Ziel der BG Kliniken ist klar definiert:
Gabriele Menge-Ullbrich: dass von Anfang an mit den modernsten Mitteln, mit den neuesten Erkenntnissen, mit den besten Materialien operiert und rehabilitiert wird.
Sprecher: Neben Personalfragen und der Anschaffung medizinischer Geräte berät der Klinik- und Reha-Ausschuss zum Beispiel auch bei Immobilien- und Infrastrukturfragen.
Dr. John Bötticher: Wir beschäftigen uns mit den aktuellen Themen, die in den Kliniken anliegen. Wenn es darum geht, eine neue Klinik zu bauen, weil die alte halt einfach in die Jahre gekommen ist. Zum Beispiel hat man sich hier am Standort Berlin darum bemüht zu klären, inwieweit man den einen Gebäudekomplex mit dem anderen verbinden kann, weil es derzeit alles quasi nur zu Fuß ging oder mit Krankenwagen und das bei Wind und Wetter. Das heißt, der Patient musste abgedeckt werden mit einer Folie oder mit einer Plane oder mit einem Regenschirm. Und jetzt hat man entschieden, dass hier eine Brücke gebaut wird, von dem einen Gebäude, nämlich dem Hauptgebäude in ein Nachbargebäude, sodass die schwer Verunfallten dann nicht mehr über den Hof geschoben werden müssen, sondern direkt über die Brücke trocknen Fußes von A nach B kommen.
Sprecher: Die Ausschusssitzungen finden reihum um in den BG Kliniken statt.
Gabriele Menge-Ullbrich: Wir haben immer verschiedene Themenblocks in unseren Sitzungen. Was immer dabei ist, das von der Klinik, in der wir sind, der Direktor, der kaufmännische und der medizinische Direktor da ist, mit Zahlen und Fakten die Klinik vorstellt, dann auch Schwerpunkte der Klinik herausstellt, ist das eine. Dann haben wir einen Themenblock zu aktuellen Sachen, die in allen Kliniken im Augenblick behandelt werden. Dann was neu ist, Krankenhausreformgesetz wird bei unserem nächsten Klinik- und Reha-Ausschuss ganz sicherlich ein Thema sein
Sprecher: Alle Empfehlungen zu den Klinikthemen gibt der Ausschuss für weitere Entscheidungen an die Vertreterversammlung und oder den Vorstand der BGHW weiter, um sie mit der Geschäftsführung der BGHW abzustimmen. Die Ergebnisse spiegeln Gabriele Menge-Ullbrich und Dr. John Bötticher an die BG Kliniken zurück.
Dr. John Bötticher: Jede Klinik ist im Grunde genommen wie ein Individuum, es hat Vorteile, es hat Nachteile, Schwächen und Stärken. Ich glaube, wir müssen alle lernen, dass es gute Dinge gibt, die gilt es zu duplizieren oder zu multiplizieren für mehrere Kliniken. Aber was an dem einen Standort gut ist, muss nicht automatisch an dem anderen Standort auch gut sein. Wir müssen uns schon sehr tief einbringen in die einzelnen Kliniken, um das beurteilen zu können.
Sprecher: Und diese optimale Versorgung immer weiter zu verbessern, ist das Anliegen des Klinik- und Rehaausschusses.
Dr. John Bötticher: Wenn wir in die Diskussion einsteigen, geht es immer darum, dass wir mit allen geeigneten Mitteln den Verunfallten bestmöglich wieder in die Arbeit zurückführen wollen. Aber auch natürlich an seinen Platz zu Hause. Für uns ist der Anspruch, dass der zu 100% wieder genau den Job ausüben kann, den er vorher gemacht hat.
Sprecher: Das Ehrenamt erfüllt beide sehr. Er ist seit 1995 dabei, sie seit 2011.
Gabriele Menge-Ullbrich: Was man mitnehmen kann von jedem Ehrenamt, ist immer die Erweiterung des eigenen Horizontes und die Weitergabe des eigenen Horizontes an andere ist genauso wichtig. Das mache ich zum Beispiel, indem ich bei mir im Betrieb in Betriebsversammlungen immer einen Tagesordnungspunkt BGHW habe, und erzähle von einem kleinen Häppchen zum Mitnehmen, unter anderem heißt es bei mir immer, wenn ihr einen Unfall habt und noch des Redens noch mächtig seid, haucht als Letztes, ich will in eine BG Klinik, damit die Versorgung optimal ist.