„Über die Wirkung Deiner Kommunikation entscheidet Dein Zuhörer“, weiß Karl-Josef Thielen, Leiter der Unternehmenskommunikation der BGHW. Er betont: „Gerade im Arbeitsschutz ist es entscheidend, dass Mitarbeitende nicht nur wissen, was sie tun sollen, sondern auch verstehen, warum. Und hier ist Zuhören wichtiger als Reden.“ Wer Sicherheitsmaßnahmen als lästige Pflicht vermittelt, wird sie nicht mit Überzeugung umsetzen. Überzeugend wird es jedoch dann, wenn auf die Frage ‘Was habe ich davon?’ eine gute Antwort folgt.
Regeln erklären
Beispiel: Ein Mitarbeiter im Lager bewegt regelmäßig Pakete, die über 15 Kilogramm wiegen. Den bereitgestellten Hubwagen nutzt er dafür nicht. Die Sicherheitsfachkraft weist den Mitarbeiter auf die Vorschriften hin und empfiehlt, den Hubwagen zu benutzen. Der Mitarbeiter fühlt sich gemaßregelt und erwidert mit sichtbarem Unverständnis: „Das geht doch so viel schneller. Mit dem Hubwagen werde ich bis zum Feierabend nicht fertig.“ Der Vorgesetzte sieht seine Wut, hört, dass er verärgert ist, und fühlt seine Verzweiflung. Er erwidert: „Du willst doch heute Abend nicht mit Rückenschmerzen heimgehen, oder? Wenn du jetzt auf deinen Rücken achtest und den Hubwagen nutzt, kannst du den Job auch in zehn Jahren noch ohne Schmerzen machen – und mit deinen Enkeln toben. Darum haben wir die Regel.“
Zuhören – und zwar richtig
Diese Lagersituation zeigt, dass die Fachkraft der nonverbalen Kommunikation mehr Aufmerksamkeit widmete, als den Worten selbst. Eine achtsame Entscheidung, denn das Nicht-Gesagte ist weniger kontrollierbar und deshalb glaubwürdiger als das Gesagte. Doch auf welchen Teil der, wie der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick es nennt, analogen Kommunikation, hat die Fachkraft denn hier genau geachtet? Und hierfür hat Thielen ein passendes Bild parat: „In der chinesischen Schrift gibt es ein Zeichen fürs Zuhören, das TING, das ich gerne nutze, um die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation im Gespräch zu erläutern. Im übertragenen Sinne, sind hier neben dem Gesagten, die Beobachtungsgabe, das Einfühlungsvermögen und die Wertschätzung meines Gesprächspartners relevant, damit ich verstehe, worum es geht.