Herr Dr. Schäfer, welche Schwerpunkte hat die Prävention der BGHW aktuell?
Die Prävention von schweren und tödlichen Unfällen ist ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit. Bei diesen handelt es sich zum Beispiel um Abstürze von Dächern und Leitern, um Unfälle im Straßenverkehr oder mit Flurförderzeugen im innerbetrieblichen Verkehr. Auch Stürze, zum Beispiel auf Treppen, sind in ihren Folgen nicht zu unterschätzen. Im Fokus stehen auch der Schutz der Haut vor krebsfördernder UV-Strahlung und Erkrankungen durch Lärm wie die berufsbedingte Lärmschwerhörigkeit. Ganz aktuell ist außerdem leider das Thema Gewalt in Handel und Logistik. Dieser treten wir entschieden entgegen, klären auf und bieten Unterstützung an.
Warum lohnt sich die Investition in Prävention?
Jeder Cent, der in Prävention investiert wird, zahlt sich aus. So wird vor allem persönliches Leid verhindert, ebenso wie betrieblicher Ausfall. Dabei verfolgen wir die Vision Zero: eine Arbeitswelt ohne Unfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Wer sich um seine Beschäftigten kümmert und ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld schafft, profitiert auch von einer stärkeren Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung. Ein Thema, das gerade in Zeiten des Fachkräftemangels immer mehr an Bedeutung gewinnt. Nicht zuletzt wirkt sich Prävention auf den Beitrag zur Berufsgenossenschaft aus. Werden Unfälle und Berufskrankheiten verhütet, fallen auch weniger Ausgaben für medizinische Behandlung, Rehabilitationsmaßnahmen und Rentenzahlungen an, die mit dem Beitrag auf die Betriebe umgelegt werden.
Wie unterstützt die BGHW ihre Mitgliedsunternehmen?
Wir sind immer Ansprechpartner für unsere Mitgliedsunternehmen – ob über das Servicetelefon der Prävention oder in der Beratung persönlich vor Ort. Wir forschen und entwickeln passgenaue Präventionsangebote gemeinsam mit unserem Ehrenamt. Denn in der BGHW Selbstverwaltung entscheiden Arbeitgebende und Versicherte gemeinsam über grundlegende Fragen der Präventionsarbeit. Im Kompendium Arbeitsschutz, auf unserer Website und im E-Magazin finden Unternehmerinnen und Unternehmer, Arbeitsschützer und Versicherte stets aktuelle Informationen, Best-Practice-Beispiele sowie unsere Service- und Förderangebote.