Zwei Radfahrende fahren auf einem rot markierten Radweg, ein Lieferwagen fährt voraus und blinkt, weil er die Spur wechselt und dabei den Radweg überfährt, städtische Umgebung mit Bäumen und Straßenmarkierungen.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Heute schon geblinkt?

Was ist los auf deutschen Straßen? Warum wird so oft auf den Blinker verzichtet? Blinken ist eines der wichtigsten Kommunikationssignale im Straßenverkehr. Leider auch eins, das am häufigsten vernachlässigt wird. Warum es so wichtig ist – vor allem für Radfahrende und Menschen zu Fuß.

Das Wichtigste im Überblick

  • Blinken ist ein zentrales Kommunikationssignal, das Fahrmanöver vorhersehbar macht.
  • Besonders Radfahrende sowie Fußgänger und Fußgängerinnen sind auf frühzeitige Blinksignale angewiesen.
  • Fehlendes oder verspätetes Blinken führt häufig zu Missverständnissen und Gefahrensituationen.
  • Blinken ist gesetzlich vorgeschrieben und kann bei Unfällen haftungsrelevant sein.
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Blinken: Kleines Signal, große Wirkung

Hand am Lenkrad eines Autos betätigt den Blinkerhebel, Armaturenbrett und Navigationsanzeige im Hintergrund.
Blinken ist ein wichtiges Signal im Straßenverkehr, wird aber oft vernachlässigt.

Blinken ist eine der einfachsten Regeln im Straßenverkehr – und trotzdem fehlt es im Alltag erstaunlich oft. Dabei ist es eins der wichtigsten Kommunikationssignale, um sich im Verkehr verständlich zu machen. Wer blinkt, macht sein Verhalten vorhersehbar und gibt anderen die Chance, rechtzeitig zu reagieren. Gerade für Radfahrende und Fußgänger sowie Fußgängerinnen ist das entscheidend, denn sie sind auf klare Zeichen angewiesen. Ein fehlendes oder zu spät gesetztes Blinksignal sorgt deshalb nicht nur für Ärger im Straßenverkehr, sondern kann gefährliche Situationen verursachen – besonders beim Abbiegen, Einfahren oder Spurwechsel.

Für Rad- und Fußverkehr entscheidend

Für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist der Blinker oft das entscheidende Signal, um eine Verkehrssituation richtig einzuschätzen. Während Autofahrende im Fahrzeug geschützter sind, bewegen sich Menschen zu Fuß oder auf dem Rad viel direkter und mit weniger Reaktionsraum im Verkehr. Während Autofahrende ihr eigenes Verhalten einschätzen können, fehlt Radfahrenden und zu Fuß Gehenden dieser Blick ins Fahrzeug. Sie müssen oft in Sekunden entscheiden: Fährt das Auto geradeaus, hält es an – oder biegt es gleich ab? Gerade an Kreuzungen, Einfahrten oder beim Überholen kann ein fehlender Blinker deshalb zu gefährlichen Missverständnissen führen. Wer früh und klar blinkt, macht sein Verhalten vorhersehbar. Er oder sie gibt anderen Zeit zum Reagieren und verhindert Überraschungsmomente, aus denen schnell kritische Situationen oder Unfälle entstehen.

Blinken im Straßenverkehr

  • macht Fahrmanöver vorhersehbar.
  • gibt Radfahrenden und zu Fuß Gehenden Reaktionszeit.
  • verhindert Missverständnisse an Kreuzungen.
  • reduziert Stress und Fehlentscheidungen.

Routine statt Aufmerksamkeit

Dass im Alltag trotzdem so oft nicht oder zu spät geblinkt wird, hat meist ganz banale Gründe. Viele Fahrhandlungen laufen routiniert ab – besonders auf bekannten Strecken wird das Blinken „vergessen“. Wer es eilig hat, denkt eher ans Ankommen als an Kommunikation und nimmt das Blinken als zusätzlichen unnötigen Handgriff wahr. Das Blinksignal wird auch gerne eingespart, wenn Autofahrende sich allein auf der Straße wähnen („Hier ist doch niemand.“). In dieser Situation können Personen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, schnell übersehen werden, weil sie sich im toten Winkel, hinter parkenden Autos oder am Fahrbahnrand befinden. Autofahrende denken dabei häufig nur aus ihrer Auto-Perspektive – Rad- und Fußverkehr werden unbewusst nicht mitgedacht. Fehlendes Blinken ist also selten böse Absicht, sondern resultiert aus einem Mix aus Routine, Ablenkung und unterschätzter Wirkung.

Typische Blink-Fehler im Straßenverkehr

  • Der Blinker wird erst gesetzt, während das Fahrzeug schon abbiegt.
  • Blinken und gleichzeitig lenken.
  • Gar nicht blinken.
  • Blinken erst nach dem Abbiegen, wenn das Auto schon halb um die Ecke ist.
  • Blinken nur für Autos, nicht für Rad- und Fußverkehr.
  • Fehlendes Blinken beim Einfahren oder Ausparken.
  • Blinker bleibt nach Spurwechsel an oder wird zu früh ausgeschaltet.
  • Ausfahrtsblinken im Kreisverkehr vergessen.
Symbol für einen informativen Hinweis

Keine Kür, sondern Pflicht

Blinken ist keine Frage der Höflichkeit, sondern eine klare Vorgabe der Straßenverkehrsordnung (StVO). Wer abbiegt, die Spur wechselt, in eine Einfahrt biegt oder vom Fahrbahnrand anfährt, muss die Fahrtrichtungsänderung rechtzeitig und deutlich ankündigen – und genau dafür ist der Fahrtrichtungsanzeiger da. Im Ernstfall kann fehlendes Blinken deshalb nicht nur ein Regelverstoß sein, sondern auch die Bewertung eines Unfalls beeinflussen. Kommt es zu einem Verkehrsunfall und ein fehlender oder verspäteter Blinker spielt dabei eine Rolle, wird geprüft, ob der Unfall durch korrektes Blinken vermeidbar gewesen wäre. In solchen Fällen kann fehlendes Blinken als Mitursache gewertet werden – mit der Folge, dass die Verantwortung nicht eindeutig bei nur einer Person liegt. Das kann sich auf die Haftungsfrage und die Schadenregulierung auswirken und je nach Situation auch zu einer Teilschuld führen. Auch unabhängig von einem Unfall kann fehlendes Blinken geahndet werden: Wer beim Abbiegen oder Spurwechsel nicht blinkt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen.

Blinken ist Pflicht bei:

  • Abbiegen
  • Spurwechsel
  • Einfahren aus Grundstücken oder Parklücken
  • Anfahren vom Fahrbahnrand
  • Ausfahren aus dem Kreisverkehr
Symbol für einen Hinweis aus dem Gesetz

Angebote der BGHW zur Verkehrssicherheit

Sicher in meiner Region

Das Seminarprogramm “Sicher in meiner Region – Regio Protect UVT” zur Erhöhung der Verkehrssicherheit besteht aus zwei Präsenzmodulen und einem flexiblen Onlinemodul. Ziel der Maßnahme ist, das besonders hohe Unfallrisiko junger Beschäftigter im Alter von 16 bis 29 Jahre abzusenken. Junge Menschen sollen ihre Kompetenzen in der Blickführung und entsprechende Beobachtungsstrategien ausbauen. 

Verkehrssicherheit für Auszubildende

Ablenkung, Selbstüberschätzung und mangelnde Erfahrung, aber auch der Einfluss von Alkohol und Drogen tragen zur besonders hohen Gefährdung junger Fahranfängerinnen und Fahranfänger bei. Die Teilnahme an unserem Fahrsicherheitstraining für Auszubildende trägt dazu bei, dass Azubis sicher ans Ziel kommen.

Pedelec-Fahrsicherheitstraining

Ihre Beschäftigten kommen regelmäßig mit dem Pedelec zu Arbeit? Sie stellen Job- oder Leasingräder zur Verfügung und wollen, dass Ihre Mitarbeitenden damit sicher unterwegs sind? Wir unterstützen Sie dabei – mit unserem Pedelec-Fahrsicherheitstraining!

Alle Angebote der BGHW zur Verkehrssicherheit finden Sie hier.

 

Die Kampagne „komm gut an.“ ist eine Initiative der BGHW und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Auf dem Kanal TikTok machen Azubis für Azubis die Verkehrssicherheit zum Thema. Ziel der Kampagne ist es, junge Menschen für die Gefahren im Verkehr auf den Straßen und im Betrieb zu sensibilisieren und die sichere Mobilität in der Berufsausbildung zu fördern. Zudem bietet sie Verantwortlichen aus den BGHW-Mitgliedsunternehmen Informationen, Seminare und Handlungshilfen zum Thema.

Zum TikTok-Kanal @komm.gut.an
BGHW-Angebote zur Gestaltung sicherer Mobilität in der Berufsausbildung
Hintergrund zur Kampagne „komm.gut.an“
Hundert Prozent: BGHW-Kampagne zweifach ausgezeichnet
Postcast: Warum DVR und BGHW mit “Komm gut an.” Millionen erreichen

Kreisrundes Logo der Kampagne "komm gut an."

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