
Trauer am Arbeitsplatz
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„Jeder Mensch hat eine Chance verdient“, sagt Johannes Koenen (rechts), Betreiber des Unternehmens J. Koenen, Transporte und Agrarservice in Rees. Diese Haltung zeigt er auch als Arbeitgeber von Thomas Ressing, dessen Unterschenkel amputiert werden musste. Die BGHW belohnte sein Engagement mit dem Teilhabepreis „Die Goldene Hand 2025“.
„Wenn diese Auszeichnung jemand verdient hat, dann er“, sagt Thomas Ressing, Berufskraftfahrer bei Koenen. „In dieser Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass man als Mitarbeiter eingestellt wird, obwohl man zu mehr als 50 Prozent schwerbehindert ist. Ich hatte dieses Glück“, sagt der BHGHW-Versicherte. Sein Arbeitgeber, Johannes Koenen in Rees am Niederrhein, hat ihn als Fahrer eingestellt und in schweren Zeiten unterstützt. Dafür zeichnete die BGHW den Unternehmer mit dem Teilhabepreis „Die Goldene Hand 2025“ aus. Diese besondere Anerkennung erhalten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die sich für die Wiedereingliederung von Beschäftigten nach einem Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit besonders engagieren. „Zu welch wunderbaren Ergebnissen die Haltung ‚Jeder verdient eine Chance‘ führen kann, wird hier eindrucksvoll belegt“, sagt Martin Kögler, BGHW-Referent Reha-Management und Teilhabe.
Thomas Ressing trägt seit 2017 anstelle des linken Unterschenkels eine Prothese. Der heute 62-Jährige arbeitete als Kraftverkehrsmeister für einen Hersteller von Arbeitsbühnen, als er durch das Wegrutschen einer Bühne, auf der er stand, schwer verletzt wurde. Sein Fuß war durch den Unfall im Juni 1997 zertrümmert worden. Die folgenden Jahre waren geprägt von Komplikationen und schmerzhaften Begleiterscheinungen. Nach 17 Jahren wurde der linke Unterschenkel amputiert. Heute trägt der BGHW-Versicherte eine Endo-Exo-Prothese. Die Prothese ist durch ein Implantat direkt mit dem Knochen verbunden.
„Als Thomas vor rund fünf Jahren zu mir kam, um sich um eine Anstellung als Fahrer zu bewerben, sagte ich spontan zu. Ich schätze Ehrlichkeit und Eigeninitiative und hatte ein gutes Gefühl. Zudem kannten wir uns aus dem Dorf“, sagt Johannes Koenen. Er wurde nicht enttäuscht. Thomas Ressing nutzt seine Chance: Er steuert seitdem einen 40-Tonner, transportiert Rohstoffe und Futtermittel für den Reeser Agrarservice. Teils fährt er bis in die Niederlande. „Die Arbeit macht mir nach wie vor Spaß“, sagt Ressing. Und er wisse zu schätzen, dass sein Chef Rücksicht nehme und beachte, dass er nicht so flexibel sei, betonte der Vater zweier erwachsener Kinder.
In Abstimmung mit der BGHW, die sich auch an den Kosten beteiligte, ließ Johannes Koenen als Arbeitserleichterung ein ferngesteuertes Verdeck an einem Lkw installieren. Dadurch bleibt es Ressing erspart, mehrmals täglich auf den Auflieger zu steigen und die Plane händisch zu lösen und zu befestigen „Abgesehen von dieser technischen Unterstützung arbeitet Thomas genau wie alle anderen“, sagt der Chef von 15 Festangestellten und fünf Teilzeitkräften. „Ich bin stolz, einen solch engagierten Mitarbeiter zu haben! Dieser Kampfgeist ist nicht selbstverständlich.“ Aus seiner Sicht sei es wünschenswert, dass viel mehr Betriebe Menschen mit Beeinträchtigung einstellen würden.
Das Transportunternehmen Johannes Koenen mit Sitz in Rees am Niederrhein ist aus einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb entstanden. Nachdem die Betreiberfamilie die Milchviehhaltung aufgegeben hatte, entwickelte sie den Betrieb konsequent zum Transportunternehmen weiter. Johannes Koenen und sein Team konzentrieren sich heute auf Transporte von Futtermitteln und Stahlträgern.
Mit 13 festangestellten Fahrern, einer Bürofachkraft und sechs Aushilfen ist Koenen Partner für Betriebe in der Futterindustrie und im Eisenwarenhandel.

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