Ein Porträtfoto vor braun verlaufendem Hintergrund: Ein Mann mit Vollbart, Brille und Glatze, schaut freundlich in die Kamera. Er trägt ein schwarzes Hemd.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Nach Berufskrankheit: Vom Steinmetz zum Kaufmann

Nach 24 Berufsjahren musste Bernhard Schild seinen Beruf als Steinmetz und als Steinbildhauer-Meister berufsbedingt aufgeben. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass er unter der Quarzstaublungenerkrankung litt, schulte er um.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Nach 24 Berufsjahren musste Bernhard Schild aus dem Saarland seinen Beruf als Steinmetz und als Steinbildhauer-Meister aufgeben.
  • Nachdem sich herausstellte, dass er berufsbedingt unter der Quarzstaublungenerkrankung litt, schulte er um.
  • Seit 1. August 2023 arbeitet er als Kaufmann für Büromanagement bei der Handwerkskammer der Pfalz in Kaiserlautern.
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Der Schnupfen ging, der Husten blieb!

Der Handwerker Bernhard Schild aus dem Saarland erkrankte berufsbedingt und schulte um zum Kaufmann für Büromanagement. 24 Jahre hat Bernhard Schild aus Bexbach im Saarland als Steinmetz und als Steinbildhauer-Meister gearbeitet. Mit Leidenschaft. „Stein ist ein wunderschönes Arbeitsmaterial. Und am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat“, sagt er. Seit Herbst 2020 kann der 48-Jährige diesen Beruf nicht mehr ausüben. Quarzstaublungenerkrankung, lautete die Diagnose.

“Ich war total kraftlos”

"Es fing ganz harmlos an“, erinnert er sich. Wegen einer schweren Erkältung war der aus Kaiserslautern stammende Handwerker im Herbst 2020 krankgeschrieben. Der Schnupfen ging. Der Husten blieb. Die Erschöpfung nahm zu. „Ich spürte, dass etwas nicht mit mir stimmte. Es ging mir nicht gut, ich war total kraftlos. Bis es soweit war, dass ich mir das eingestanden habe, dauerte es eine Zeit. Zwischendurch sagte ich mir, 'stell dich nicht so an, du Hypochonder‘“, erzählt er. Seine Hausärztin ging den Beschwerden auf den Grund. 

Sein Bild von der BG hat sich gewandelt

Nach einer Bronchoskopie bzw. Lungenspiegelung und weiteren Untersuchungen stand fest: Bernhard Schild litt unter der Quarzstaublungenerkrankung Silikose, ausgelöst durch das Einatmen von Quarzstaub-Partikeln. „Ich bin in ein tiefes Loch gefallen“, erinnert sich 48-Jährige Nach seiner Kontaktaufnahme bei der BGHW habe sich Reha-Berater Markus Monetha mit ihm in Verbindung gesetzt. Dieser habe ihm den Besuch der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) als Orientierungsmaßnahme vermittelt. „Und das war für mich genau das Richtige“, sagt Schild. Über die FAW absolvierte er mehrere Praktika. Durch die Erfahrungen und Tätigkeiten in Betrieben vor Ort wurde ihm schnell klar: „Einzelhandel ist nichts für mich. Aber Büromanagement, das konnte ich mir vorstellen. Vor allem war mir die Nähe zum Handwerk wichtig.“

Im Kontakt mit Mitarbeitern und Auszubildenden

Nach seinem Praktikum bei der Handwerkskammer der Pfalz in Kaiserlautern wurde ihm kurze Zeit später ein Ausbildungsplatz angeboten. Nach bestandener Abschlussprüfung arbeitet er dort seit 1. August 2023 als Kaufmann für Büromanagement. „Ich bin viel im Kontakt mit den Mitarbeitern und Auszubildenden, die ich bei Fragen unterstütze. Das ist gut und macht Spaß“, so Schild. Sein Bild von der BG habe sich seitdem total gewandelt: Früher war seine Vorstellung der BG: Männer mit weißen Helmen, die Baustellen überprüften und kritisierten. „Heute weiß ich aus eigener Erfahrung, dass sie sich zum Schutz der Arbeitnehmer einsetzt“, so Schild.

Was tun bei Verdacht auf eine Berufskrankheit?
 

  • Erste Anlaufstelle ist der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin. Falls nicht vorhanden, sollten Betroffene eine Hausarzt- oder Facharztpraxis aufsuchen. Sie können sich auch direkt an die BGHW wenden.
     
  • Ist der Verdacht begründet, sind Ärzte und Ärztinnen sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber verpflichtet, ihn der BGHW zu melden.
     
  • Die Berufsgenossenschaft prüft den Fall mit dem Ziel, die Krankheit zu heilen, zu lindern oder eine Verschlechterung zu vermeiden.
     
  • Bestätigt sich der Verdacht, erhalten Betroffene medizinische Versorgung und Unterstützung zur beruflichen Reintegration.
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