
Workers’ Memorial Day: Die Null ist das Ziel
Am 28. April erinnert der Workers’ Memorial Day an die Menschen, die durch ihre Arbeit ihr Leben verloren haben. Er macht klar: Arbeit darf nicht tödlich sein.

Nach 24 Berufsjahren musste Bernhard Schild seinen Beruf als Steinmetz und als Steinbildhauer-Meister berufsbedingt aufgeben. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass er unter der Quarzstaublungenerkrankung litt, schulte er um.
Der Handwerker Bernhard Schild aus dem Saarland erkrankte berufsbedingt und schulte um zum Kaufmann für Büromanagement. 24 Jahre hat Bernhard Schild aus Bexbach im Saarland als Steinmetz und als Steinbildhauer-Meister gearbeitet. Mit Leidenschaft. „Stein ist ein wunderschönes Arbeitsmaterial. Und am Ende des Tages sieht man, was man geschafft hat“, sagt er. Seit Herbst 2020 kann der 48-Jährige diesen Beruf nicht mehr ausüben. Quarzstaublungenerkrankung, lautete die Diagnose.
"Es fing ganz harmlos an“, erinnert er sich. Wegen einer schweren Erkältung war der aus Kaiserslautern stammende Handwerker im Herbst 2020 krankgeschrieben. Der Schnupfen ging. Der Husten blieb. Die Erschöpfung nahm zu. „Ich spürte, dass etwas nicht mit mir stimmte. Es ging mir nicht gut, ich war total kraftlos. Bis es soweit war, dass ich mir das eingestanden habe, dauerte es eine Zeit. Zwischendurch sagte ich mir, 'stell dich nicht so an, du Hypochonder‘“, erzählt er. Seine Hausärztin ging den Beschwerden auf den Grund.
Nach einer Bronchoskopie bzw. Lungenspiegelung und weiteren Untersuchungen stand fest: Bernhard Schild litt unter der Quarzstaublungenerkrankung Silikose, ausgelöst durch das Einatmen von Quarzstaub-Partikeln. „Ich bin in ein tiefes Loch gefallen“, erinnert sich 48-Jährige Nach seiner Kontaktaufnahme bei der BGHW habe sich Reha-Berater Markus Monetha mit ihm in Verbindung gesetzt. Dieser habe ihm den Besuch der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) als Orientierungsmaßnahme vermittelt. „Und das war für mich genau das Richtige“, sagt Schild. Über die FAW absolvierte er mehrere Praktika. Durch die Erfahrungen und Tätigkeiten in Betrieben vor Ort wurde ihm schnell klar: „Einzelhandel ist nichts für mich. Aber Büromanagement, das konnte ich mir vorstellen. Vor allem war mir die Nähe zum Handwerk wichtig.“
Nach seinem Praktikum bei der Handwerkskammer der Pfalz in Kaiserlautern wurde ihm kurze Zeit später ein Ausbildungsplatz angeboten. Nach bestandener Abschlussprüfung arbeitet er dort seit 1. August 2023 als Kaufmann für Büromanagement. „Ich bin viel im Kontakt mit den Mitarbeitern und Auszubildenden, die ich bei Fragen unterstütze. Das ist gut und macht Spaß“, so Schild. Sein Bild von der BG habe sich seitdem total gewandelt: Früher war seine Vorstellung der BG: Männer mit weißen Helmen, die Baustellen überprüften und kritisierten. „Heute weiß ich aus eigener Erfahrung, dass sie sich zum Schutz der Arbeitnehmer einsetzt“, so Schild.

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