
Workers’ Memorial Day: Die Null ist das Ziel
Am 28. April erinnert der Workers’ Memorial Day an die Menschen, die durch ihre Arbeit ihr Leben verloren haben. Er macht klar: Arbeit darf nicht tödlich sein.

Mit den ersten warmen Monaten startet für viele die Reisezeit. Doch häufig beginnt der Urlaub anders als geplant: Kaum ist die Anspannung des Arbeitsalltags abgefallen, meldet sich der Körper mit Erkältungssymptomen oder Erschöpfung. Woran das liegt – und wie sich gegensteuern lässt.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Der letzte Arbeitstag ist geschafft, die Abwesenheitsnotiz eingerichtet, der Koffer gepackt. Endlich Urlaub! Dann der erste Morgen ohne Wecker – und statt Urlaubsfreude spüren Sie ein Kratzen im Hals, Kopfschmerzen oder bleierne Müdigkeit. Ausgerechnet jetzt. Einfach nur Pech? Nein, und auch kein Einzelfall. Viele Beschäftigte kennen das Gefühl. Die IU Internationale Hochschule hat die sogenannte Leisure Sickness (Freizeitkrankheit) in ihrer Studie „Leisure Sickness – Erschöpft statt erholt“ untersucht. Demnach hatten knapp 72 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland an freien Tagen oder im Urlaub schon einmal das Gefühl, krank zu werden oder sich erschöpft zu fühlen. Die Frage, ob sie häufig oder sogar immer krank im Urlaub seien, bejahte fast jede fünfte befragte Person.
Hinter diesem Phänomen steckt mehr als Zufall. Gerade wenn die Anspannung nachlässt, reagiert der Körper oft mit Krankheit. Während stressiger Arbeitsphasen hält der Körper durch – gesteuert unter anderem durch Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol. Sie sorgen dafür, dass wir leistungsfähig bleiben, auch wenn wir eigentlich längst erschöpft sind. Fällt die Anspannung dann plötzlich weg, verändert sich dieser Zustand schlagartig. Das Immunsystem reagiert, Erschöpfung wird spürbar – und Krankheitssymptome treten auf. Was zuvor „unterdrückt“ wurde, holt der Körper im Urlaub nach. Jetzt hat er endlich „Zeit“, krank zu sein.
Für viele Beschäftigte ist Abschalten keine Selbstverständlichkeit. Der Arbeitstag endet selten pünktlich, die gedankliche To-do-Liste läuft weiter – oft bis in den Urlaub hinein. In der IU-Studie gaben 40,1 Prozent der Befragten an, dass Freizeit und Privatleben nicht genug Erholung bieten, um den Anforderungen im Job gerecht zu werden. Hinzu kommt: Gerade die Zeit vor dem Urlaub ist häufig besonders intensiv. Projekte müssen abgeschlossen, Vertretungen organisiert, Entscheidungen getroffen werden. Viele arbeiten bis zur letzten Minute auf Hochtouren. Der Übergang von „Vollgas“ zu „Erholung“ gelingt dann kaum.
Im Urlaub selbst zeigt sich oft, wie erschöpft der Körper tatsächlich ist, und er holt sich das zurück, was im Alltag zu kurz kommt. Schlafdefizite werden erst jetzt nachgeholt, der gesamte Tagesrhythmus verändert sich. Hinzu kommen noch typische Urlaubsfaktoren wie lange Anreisen, Zeitverschiebungen oder ein veränderter Lebensstil. Auch Genussmittel wie Alkohol oder ungewohnte Aktivitäten können den Organismus zusätzlich belasten. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass es sich beim Urlaub in erster Linie um eine Zeit der Erholung handeln sollte. Ein besonders dichtes oder körperlich forderndes Urlaubsprogramm kann dazu führen, erschöpft oder sogar verletzt zurückzukehren – und damit genau das Gegenteil dessen zu erreichen, was der Urlaub eigentlich leisten soll.
Krankheitstage zu Beginn oder während der freien Zeit verkürzen nicht nur die Regeneration, sie können auch länger nachwirken. Wer erschöpft in den Urlaub startet, hat ein höheres Risiko, sich nicht vollständig zu erholen. Das kann Folgen wie anhaltende Müdigkeit oder erhöhte Infektanfälligkeit nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall kann sich daraus eine chronische Erschöpfung oder ein Burnout entwickeln. Umso wichtiger ist es, Erholung nicht aufzuschieben, sondern frühzeitig in den Alltag zu integrieren.
Für Unternehmen ist das Phänomen „Leisure Sickness“ mehr als eine persönliche Erfahrung Einzelner. Wenn Beschäftigte regelmäßig erschöpft in den Urlaub gehen und krank zurückkehren, ist das auch ein Hinweis auf strukturelle Belastungen. Arbeitsorganisation, Vertretungsregelungen und Unternehmenskultur spielen hier eine wichtige Rolle. Mitarbeitende, die bis zur letzten Minute durcharbeiten oder im Urlaub erreichbar bleiben, haben deutlich schlechtere Chancen, sich wirklich zu erholen. Gesunde Beschäftigte sind ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Wer ausreichend regeneriert, fällt weniger aus und ist langfristig leistungsfähiger und motivierter. Eine gesunde Balance zwischen Leistung und Regeneration ist daher nicht nur eine Frage des individuellen Verhaltens – sondern auch der betrieblichen Rahmenbedingungen.

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