Faulenzen hält uns also gesund. Aber verstehen wir unter Faulenzen alle das Gleiche? Der Schriftsteller Bernd Imgrund erläutert in seinem Buch „Faul! Vom Nutzen des Nichtstuns“, Faulenzen könne beispielsweise sein, auf einer Bank zu sitzen und den Blättern eines Baums dabei zu zuschauen, wie sie im Wind tanzen. Faulenzen heiße, sich auf eine Sache ohne Ablenkung einlassen. Das schaffe Raum für neue Ideen und gebe frische Impulse. Was es nach Imgrund nicht ist: sich medial berieseln lassen und mit der Tüte Chips auf dem Sofa sitzen. Eine Studie der Stiftung für Zukunftsfragen hat ergeben, dass wir aber genau das verstärkt machen: Nach den wöchentlichen Freizeitaktivitäten der Deutschen gefragt, haben im Jahresvergleich 2013 zu 2023 die Freizeitbeschäftigungen „Handy spielen, surfen, chatten“ mit einem Anteil von 50 Prozent den meisten Zuwachs erfahren.
Innehalten bei der Arbeit
Ob Blätter beobachten, bewusst ein Musikstück hören oder eine Atemübung machen: eine Pause zum Faulenzen muss nicht lang sein und lässt sich auch in den Arbeitsalltag integrieren. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat sich in ihrer Publikation „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt: Pausen“ ausführlich mit dem Thema Arbeitspausen aus wissenschaftlicher Sicht befasst. Kurze Arbeitspausen unter 15 Minuten können beispielsweise Muskel-Skelett-Beschwerden sowie psychosomatischen Beschwerden vorbeugen. Kurzpausen, durch die die Gesamtarbeitszeit verkürzt wird, gehen nicht einher mit einem Produktivitätsverlust. Im Gegenteil, sie steigern die Motivation, die Arbeitszufriedenheit und die Leistung.
Geben wir also dem Faultier in uns eine Chance. Ein Einstieg in einen gelungenen Müßiggang könnten diese Tipps sein: