
DiGa und Reha per Mausklick
Digitale Gesundheitsanwendungen und Tele-Reha: Was sie bedeuten und wie sie funktionieren, erklärt Katja Sessig, BGHW-Referentin Berufskrankheiten und digitale Rehabilitation.

Schnelllieferdienste werden immer populärer. Gleichzeitig steigen die Arbeitsunfälle von Fahrradkurieren im Straßenverkehr. Wie kann der Transport auf der letzten Meile sicherer gemacht werden? Das europäische Projekt Safe Last Mile Delivery hat dafür ein Trainingsprogramm entwickelt.
Sie sind fast überall mit viel Tempo unterwegs – in Großstädten wie in Kleinstädten: Fahrradkuriere mit auffälligen Rucksäcken liefern Pizzen, Hamburger und andere Dinge des täglichen Bedarfs aus. Die Branche der Schnelllieferdienste expandiert spätestens seit der Corona-Pandemie, gleichzeitig wächst die Zahl der Unfallmeldungen von sogenannten Ridern (Lieferboten auf Rädern) rasant an. Das ist der Grund, warum die BGHW mit dem Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) eine eigene Untersuchungsreihe mit Fahrrad-Crashtests gestartet hat, um Unfallursachen zu analysieren und Möglichkeiten auszuloten, solche Unfälle zu vermeiden. Die Versuche am IFA sind nur ein kleiner Teil einer Reihe von Aktivitäten der BGHW, um die Sicherheit der Rider zu verbessern. So bietet die BGHW auf die Branche zugeschnittene Verkehrssicherheits-Trainings an.
Einen Schritt weiter geht das europäische Projekt Safe Last Mile Delivery (kurz: Safe LMD), das von der Berliner Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (BGZ) koordiniert wird. Es hat ein Trainingsprogramm und eine Zertifizierung für Rider entwickelt, damit sie ihren Job sicherer und nachhaltiger ausüben können. Dafür gibt es viele gute Gründe: „Momentan ist eine Schulung keine Pflicht, um mit dem Rad Kurier-, Express- oder Paketsendungen auszuliefern. Es braucht nur eine firmeninterne Schulung, aber keine Zertifizierung“, erzählt Tiziana Destino, Projektleiterin bei der BGZ. Die einzigen Voraussetzungen: Zuverlässigkeit und ein verkehrssicheres Fahrrad oder Pedelec. Spezielle Aus- und Weiterbildungsangebote beispielsweise von der IHK gibt es nicht. Das will das Projekt mit seinen Kooperationspartnern in Deutschland, Belgien, Griechenland, Kroatien und Österreich ändern. „Unser Ziel ist es, den Beruf des Fahrradkuriers im nationalen Berufsbildungssystem der Europäischen Union mit Kompetenzen für die Nachhaltigkeit zu verankern und damit die gesellschaftliche Wahrnehmung zu verändern“, sagt Destino.
Die Grundlage für dieses neue Berufsprofil bietet ein kostenloser Online-Kurs mit Material zum Selbststudium und Anleitungen für praktische Übungen. Der Kurs schließt nach einer erfolgreich bestandenen Online-Prüfung mit einer Zertifizierung ab. Er besteht aus sieben Lerninhalten – angefangen von Verpackungsarten über die Straßenverkehrsordnung und Grundlagen für sicheres Fahren bis zu Kundenkommunikation und sozialer Verantwortung. „Den gesamten Stoff kann man in gut 50 Stunden bewältigen“, erklärt Destino. Das Unterrichtsmaterial, das neben Power-Point-Präsentationen Videos, viele praktischen Übungen sowie Multiple-Choice-Fragen enthält, wird in sechs Sprachen online zur Verfügung – übrigens auch auf Arabisch, weil das Projekt auch junge Menschen mit Migrationshintergrund erreichen will. „Gerade in den Großstädten wollen wir neben Studierenden, die keinen Führerschein haben, viele Quereinsteiger erreichen, die entweder als Fahrradkuriere im Nebenjob oder als Fachkräfte von KEP-Unternehmen tätig sind und Interesse an einer Karriere in der Branche haben. Sie können von den Modulen zum Mentorship und zum Entrepreneurship profitieren“, sagt Destino.
Das Zertifikat ist quasi ein Führerschein für die letzte Meile und lehnt sich an die Europäische Fahrraddeklaration an, die im April 2024 verabschiedet wurde. Darin erklären die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, dass sie das Fahrrad als nachhaltiges, zugängliches und erschwingliches Verkehrsmittel fördern und deswegen Radfahrende besser schützen wollen. Zum „Führerschein“-Kurs können sich Interessierte hier kostenlos anmelden.

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