Sprecher: Manfred Wirsch ist Vorstandsvorsitzender der BGHW-Selbstverwaltung. Seit 2008, seit der Fusion der damaligen Großhandels- und Einzelhandels-BG vertritt er dort die Interessen der Versicherten. Bei der Gewerkschaft Verdi war er bis vor kurzem in Spitzenfunktionen aktiv. Ein großer Vorteil für die BGHW, wie er erläutert.
Manfred Wirsch: Ja, mir ist es erst mal gelungen, in meinem Hauptamt bei Verdi dafür zu sorgen, dass das Thema der Berufsgenossenschaft und der gesetzlichen Unfallversicherung aus der Nische herausgekommen ist. Wir haben beispielsweise seit einigen Jahren jetzt auch in den Bundesgremiensitzungen das Thema Berufsgenossenschaft, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf der Tagesordnung. Und ich persönlich habe festgestellt, dass ich in dieser Funktion, in der ich bin, für die Beschäftigten vielleicht sogar mehr zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation beitragen kann als in Tarifverhandlungen, wo wir über Prozentpunkte uns mit den Arbeitgebern auseinandersetzen.
Sprecher: Auch seine langjährige Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der DGUV, die er im Juni 2025 abgegeben hat, war und ist für die Selbstverwaltung der BGHW bereichernd. Ebenso seine Position als Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, die er seit 2022 innehat.
Manfred Wirsch: Also die Themen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats spielen eine große Rolle, auch in der Thematik der BGHW. Da ist natürlich vorrangig zu nennen unser Schwerpunktthema beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat Arbeitsplatz Straße. Und da gelingt es auch, dass wir gemeinsam mit dem Präventionsleiter Dr. Klaus Schäfer auch durchaus gemeinsame Kampagnen mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat auf den Weg bringen.
Sprecher: Aus seiner Sicht kann man in diesem Ehrenamt viel bewegen.
Manfred Wirsch: Für mich ist es wichtig, dass sich gerade in den drei Säulen
der gesetzlichen Unfallversicherung, als da sind die Prävention, die Rehabilitation und die Entschädigung, dass ich in diesen drei Feldern mitgestalten kann bei der BGHW. Ich kann mitentscheiden, welche Art von Prävention wir betreiben. Ich kann mitentscheiden über Rehabilitationsmaßnahmen in den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken. Und letztendlich kann ich ja auch mitentscheiden, wenn es um die Frage geht, der Entschädigung, also in den Renten- und Widerspruchsausschüssen.
Sprecher: Und genau diese Nähe zur Basisarbeit im Ehrenamt gehört für ihn unbedingt dazu.
Manfred Wirsch: Also ich möchte schon gerne wissen, wie unsere Spruchpraxis in der BGHW ist. Ich möchte Einzelfälle kennenlernen, möchte wissen, wie unsere BG mit den Versicherten umgeht, die einen Antrag auf eine Berufskrankheit stellen usw. Deshalb ist mir wichtig, dass ich im Widerspruchsausschuss tätig bin. Deshalb ist mir auch wichtig, dass meine Kolleginnen und Kollegen auf der Vorstandsseite, was die Versicherten-Bank angeht, auch in solchen Widerspruchsausschüssen tätig sind.
Sprecher: Auch für die Zukunft ist ihm Vielfalt im Ehrenamt wichtig. Entscheidend dafür sind Friedenswahlen, …
Manfred Wirsch: ... weil wir dann die Chance haben, eben unterschiedliche Branchen, Geschlechter, Migrationshintergründe abzubilden, die ansonsten natürlich eher einem zufälligen Wahlergebnis unterliegen würden.
Sprecher: Sein Fazit nach mehr als 22 Jahren in der BGHW-Selbstverwaltung?
Manfred Wirsch: Ich denke, ich bin der Vorstandsvorsitzende der schönsten BG.