
Damit Arbeit nicht unter die Haut geht
Versicherten, die arbeitsbedingt unter Hautproblemen leiden oder eine Berufskrankheit befürchten, bietet die BGHW Seminare mit individueller Beratung an.

Eisige Temperaturen, Dunkelheit und plötzlich ein Hilfeschrei – Edvard Jönsson war einen Moment unachtsam und fiel zwischen eine geteilte Laderampe ins Wasser. Sein Kollege Lorenz Wilhelm reagierte schnell und organisierte Hilfe, um Jönsson zu retten.
Das Wichtigste:
Es war ein kalter Januarabend am Terminal Schlutup im Hafen Lübeck. Die Crew des Ro-Ro Cargo Ship „Hafnia Sea“ war gerade dabei, das Schiff für die Entladung vorzubereiten. Die Terminalaufsicht inspizierte bereits im hergerichteten Oberdeck das Schiff auf Sicherheitsmängel und wies die Lascher in die anstehenden Aufgaben ein. Der Einweiser Edvard Jönsson wollte mit seinem Klemmbrett lesend über die verkehrsfreie Rampe vom Hauptdeck zum Oberdeck hinauflaufen, trat versehentlich zwischen die geteilte Rampe und fiel ins kalte Wasser.
Glücklicherweise war sein Kollegen Lorenz Wilhelm in der Nähe. Er reagierte sofort und mobilisierte weitere Arbeitskollegen, gemeinsam zogen sie Edvard Jönsson mithilfe einer eisernen Rettungsstange aus dem Wasser. Der konnte sich zunächst an einer Pontonkette festhalten. Seine Kleidung war bereits so stark mit Wasser vollgesogen, dass sie ein gewaltiges Gewicht hatte. Nach Erste-Hilfe-Maßnahmen, einer heißen Dusche im Sozialraum des Hafens und der Untersuchung durch den Notarzt durfte Edvard Jönsson nach Hause. Glück im Unglück – er hat nicht einmal einen Schnupfen davongetragen. Er hatte nur ein paar Blessuren am Körper, die die eiserne Stange verursacht hatte.
Damit solche Unglücke in Zukunft nicht mehr passieren, haben die Sicherheitsfachkräfte der Lübecker Hafengesellschaft, Michael Sorg und Jörg Eilers, den Unfall aufgearbeitet. „Wir haben den Fall in die jährliche UVV-Schulung aufgenommen, um alle Kollegen mitzunehmen, damit zukünftig derartige Unfälle nicht mehr passieren können. Als zusätzliche Maßnahmen haben wir eine Notleuchte besorgt, damit Unfallstellen besser ausgeleuchtet werden können. Eine Strickleiter wurde ebenfalls angeschafft, damit ein Verunglückter beim Herausklettern aus dem Wasser unterstützt werden kann. Die vorhandenen Leitern der Lübecker Port Authority sind leider zu weit weg. Den Weg dorthin hätte der Kollege in dieser Notsituation nicht mehr geschafft“, sagt Michael Sorg, Fachkraft für Arbeitssicherheit der Lübecker Hafen-Gesellschaft.
Um die Leistung der Lebensretter gebührend zu würdigen, wurden sie mit der Ersten-Hilfe-Auszeichnung im Rahmen der Preisverleihung der Goldenen Hand erstmalig geehrt. In diesem Rahmen sollen auch zukünftige Belohnungen bei Rettung aus Unfallgefahr und Erste-Hilfe-Leistungen sowie vorbildliche Präventionsmaßnahmen ausgesprochen werden.

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