
Heute schon geblinkt?
Blinken wird im Straßenverkehr oft vernachlässigt – dabei ist es eines der wichtigsten Signale. Warum das kleine Zeichen große Wirkung hat, besonders für Rad- und Fußverkehr.

Seit 2014 ist die Zahl der Pedelecunfälle nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stark gestiegen. Im Jahr 2021 meldete die Polizei 17 285 Pedelecunfälle mit Personenschaden, 2014 waren es noch 2 245. Gleichzeitig ist das durchschnittliche Alter der Menschen, die auf einem Pedelec verletzt oder getötet werden, deutlich gesunken. Pedelecunfälle sind häufig schwerwiegender als Unfälle mit Fahrrädern ohne Motor – Grund dafür ist insbesondere das nach wie vor höhere Alter der Verunglückten.
Pedelecs liegen im Trend. Bei allen Vorteilen, die ein Fahrrad mit elektrischer Pedalunterstützung bietet, werden auch immer wieder teils schwere Unfälle berichtet. Umso wichtiger ist es, sich mit dem Pedelec vertraut zu machen, um sicher im Straßenverkehr zu fahren. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Tipps – mit Infografik.
Fahrräder mit Elektromotor sind umgangssprachlich bekannt als E-Bikes. Aber nur Pedelecs sind Fahrräder im Sinne des Straßenverkehrsrechts. Sie machen rund 98 Prozent der verkauften Elektrofahrräder aus. Beim Pedelec fahren unterstützt der batteriebetriebene elektrische Motor beim Treten in die Pedale, während beim E-Bike keinerlei Pedalkraft notwendig ist. Die maximale Geschwindigkeit liegt beim Pedelec bei 25 km/h, manche verfügen auch über eine Anfahrhilfe bis 6 km/h. Daneben gibt es die stärkeren S-Pedelecs oder „Speedbikes“. Diese können bis zu 45 km/h schnell fahren, sind aber damit bereits Kraftfahrzeuge, für die ein Führerschein nötig ist. Ebenso ist das Tragen eines Helms verpflichtend.
Pedelec
Elektronische Tretunterstützung bis max. 25 km/h. Als Anfahrhilfe ohne Treten bei einigen Modellen bis max. 6 km/h Tretunterstützung. Rechtlich einem Fahrrad gleichgestellt.
S(peed)-Pedelec
Elektronische Tretunterstützung bis max. 45 km/h. Rechtlich ein Kleinkraftrad, für das Fahrererlaubnis (Klasse AM), Betriebserlaubnis, Versicherungskennzeichen und eine Helmnutzung vorgeschrieben sind. Die Nutzung von Radverkehrsanlagen ist untersagt, S-Pedlecs müssen auf der Fahrbahn gefahren werden.
E-Bike
Tretunabhängige elektronische Unterstützung bis max. 25 km/h. Rechtlich ein Kleinkraftrad, für das eine Prüfbescheinigung für Mofas, Betriebserlaubnis, Versicherungskennzeichen und eine Helmnutzung vorgeschrieben sind. E-Bikes müssen auf der Fahrbahn gefahren werden. Außerorts ist E-Bikes die Nutzung von Radwegen generell erlaubt; innerorts nur dort, wo das Schild „E-Bikes frei“ es erlaubt.
Das Fahrrad mit Antrieb ist vor allem bei älteren Menschen beliebt, denn es verschafft ihnen mehr Möglichkeiten, wenn Fitness und Beweglichkeit nachlassen. Mit den im Vergleich zum klassischen Fahrrad schwereren Pedelecs können sie spielend leicht auch weitere Strecken – und das in höherem Tempo – zurückgelegen. Damit einhergehend lauert jedoch auch die Unfallgefahr im Straßenverkehr.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) informiert in seinem Film „Sicher Pedelec fahren“.
Generell gilt: Andere Verkehrsteilnehmer können die Geschwindigkeit eines Pedelecs leicht unterschätzen. Denn von weitem sieht das Gefährt aus wie ein normales Fahrrad. Fehleinschätzungen passieren auch deshalb, weil Pedelecs ihr Tempo mit einer geringen Trittfrequenz erreichen. Eine langsame Trittfrequenz wiederum bestärkt Autofahrer darin, dass sich das Pedelec nur mit geringer Geschwindigkeit nähert. Umso mehr müssen Pedelec-Nutzerinnen und -Nutzer vorausschauend-defensiv fahren und mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Vor Gefahrensituationen sollten sie rechtzeitig die Geschwindigkeit verringern. Auch Blickkontakt, zum Beispiel zu Autofahrenden an Kreuzungen, kann in diesem Zusammenhang lebensrettend sein.
Die folgende Infografik fasst noch einmal die wichtigsten Sicherheitstipps fürs Pedelec fahren zusammen.
Download Infografik: Sicher unterwegs mit dem Pedelec (A3/300dpi), JPG
Pedelec-Trainings
Wer sicher auf dem Rad ist, muss dies noch lange nicht auf dem Pedelec sein. Viele unterschätzen ihr Gefährt. Pedelec-Fahrtrainings sensibilisieren unter anderem für die zusätzliche Unterstützung des E-Motors und geben Hinweise, wie sicheres Anfahren und vor allem Bremsen abläuft.
Kontakt für Pedelec-Trainings für Mitgliedsunternehmen der BGHW: Thomas Ullmann
Gut zu wissen: Pedelec als Dienstrad
Von Unternehmen zur Verfügung gestellte Pedelecs, die sowohl privat als auch dienstlich genutzt werden, sind Arbeitsmittel. Diese müssen in der Gefährdungsbeurteilung entsprechend erfasst und jährlich geprüft werden. Des Weiteren müssen die Nutzerinnen und Nutzer eingewiesen und mindestens einmal jährlich auch unterwiesen werden.

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