Eine Person auf einem Fahrrad mit gelbem Helm und grüner Jacke fährt auf einer Straße, während eine Frau in einem silbernen Auto mit der rechten Hand vorsichtig die Fahrertür öffnet und sich nach dem Radfahrer umschaut. Ein Motorradfahrer nähert sich im Hintergrund. Die Szene spielt sich in einer herbstlichen Umgebung mit Laubbäumen ab. Ein pinker Kreis mit der Aufschrift 'komm gut an' ist im Vordergrund sichtbar.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Sicherheit für Radfahrende: Greif zu auf Holländisch

Holland ist für vieles bekannt. Windmühlen, Grachten, Schokostreusel und natürlich Millionen Fietsen – Fahrräder. Kein Wunder also, dass der holländische Griff aus unserem Nachbarland kommt. Denn er macht das Leben für Radfahrer und Radfahrerinnen im Verkehr sicherer und kann sogar lebensrettend sein.

Das Wichtigste im Überblick

  • Dooring-Unfälle gehören zu den häufigsten und gefährlichsten Unfallarten für Rad- und E-Scooterfahrende im ruhenden Verkehr.
  • Viele Autofahrende vergessen den Schulterblick beim Aussteigen und sehen dadurch herannahende Radfahrende nicht.
  • Der sogenannte holländische Griff kann Dooring-Unfälle verhindern, indem Autofahrende die Tür mit der weiter entfernten Hand öffnen und dadurch automatisch über die Schulter nach hinten schauen.
  • Diese Methode erhöht die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Auch Mitfahrende sollten sie anwenden.

Wer oft mit dem Rad unterwegs ist, kennt diese Angst: Vor einem wird die Tür eines Autos aufgerissen. Für rechtzeitiges Bremsen ist es zu spät und der oder die Radfahrende knallt gegen die Autotür oder fliegt im schlimmsten Fall sogar darüber. Diese sogenannten Dooring-Unfälle (von engl. door = Tür) sind eine der häufigsten Unfallarten mit Radfahrenden im ruhenden Verkehr. Nach einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2019 haben rund 45 Prozent der befragten Radfahrenden einen solchen Dooring-Unfalls schon mal beinahe erlebt. Sechs Prozent waren einmal in einen verwickelt. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) hat generell Angst davor, mit einer sich plötzlich öffnenden Autotür zusammenzuprallen.

Auf Kopfhöhe von Rad- und E-Scooterfahrenden

Da sich die Kante der Autotür meist auf Kopfhöhe von Rad- oder E-Scooterfahrenden befindet, kommt es in dieser Situation häufig zu besonders schweren Unfällen. Zumal Radwege oft neben parkenden Autos verlaufen. Natürlich gilt: Je höher die Geschwindigkeit, desto heftiger der Zusammenstoß. Auch das Ausweichen in den fließenden Verkehr kann fatale Folgen haben. Rad- oder E-Scooterfahrenden bleibt nur übrig, aufmerksam an den parkenden Autos vorbeizufahren und auf aufblinkende Lichter oder sonstige Zeichen zu achten, die ein Aussteigen signalisieren. Und einen Helm tragen.

Nie mehr ohne: Die BGHW-Parkscheibe erinnert Autofahrende an den holländischen Griff. Versicherte Unternehmen können sie in unserem Medienshop bestellen.

Symbol mit einem Ausrufezeichen

Immer über Kreuz greifen

Das Grundproblem bei Dooring-Unfällen? Autofahrer und -fahrerinnen sowie Mitfahrende vergessen beim Aussteigen häufig, über die Schulter zu schauen. Sich nähernde Rad- oder E-Scooterfahrende werden deshalb meist nicht gesehen. Dieser Mangel an Aufmerksamkeit kann schwere Folgen haben. Um sich an den Schulterblick zu erinnern, gibt es einen einfachen Trick: der holländische Griff. Er wird auch vom Deutschen Verkehrsrat (DVR) empfohlen. 

Autofahrende öffnen die Autotür mit der rechten Hand, also immer mit der Hand, die nicht direkt an der Tür ist. Dadurch müssen sie automatisch den Oberkörper nach links drehen und der Blick geht nach hinten über die linke Schulter. Ein sich näherndes Fahrrad wird also sofort gesehen. Das Gleiche gilt für Mitfahrende, auch auf der Beifahrerseite. Hier wird mit links gegriffen und über die rechte Schulter nach hinten geschaut.

Mehr Umsicht im Straßenverkehr mit dem holländischen Griff

Für alle im Pkw gilt:

  • Holländischer Griff: Wer auf der linken Seite sitzt (Fahrerseite) greift mit der rechten Hand über Kreuz zur Tür. Wer rechts sitzt (Beifahrerseite), greift mit links.
  • Dadurch dreht sich der Oberkörper automatisch zur Tür.
  • Schulterblick nach hinten
  • Tür erst öffnen, wenn niemand auf dem Rad oder E-Scooter zu sehen ist.
  • Als Fahrzeugführer oder -führerin Mitfahrende vor dem Aussteigen an den holländischen Griff samt Schulterblick erinnern, dabei besonders auf mitfahrende Kinder achten.

Verkehrssicherheit für Auszubildende
Unterstützen Sie Ihre jungen Talente dabei, sicher unterwegs zu sein! Das Angebot setzt auf ein praxisnahes und erlebbares Konzept, um Auszubildende für die Gefahren ihres Mobilitätsverhaltens zu sensibilisieren.

mobil
Mit dem mobil hat die BGHW ein Konzept entwickelt, um Versicherte für Gefährdungen zu sensibilisieren und damit Unfälle zu verhindern. Das Moderatorenteam beantwortet Fragen der Teilnehmenden, klärt über mögliche Gefahren auf und gibt wertvolle Tipps zu vielen Themen der Verkehrssicherheit.

BGHW-Roadshow
Helfen Sie mit, Verkehrsunfälle mit dem Pedelec zu vermeiden, und buchen Sie die BGHW-Roadshow, ein kostenloses Fahrsicherheitstraining der BGHW für ihre Mitgliedsunternehmen und deren Beschäftige.

Fahrsicherheitstrainings
Der DVR hat gemeinsam mit den Berufsgenossenschaften verschiedene Sicherheitstrainings für Fahrer und Fahrerinnen von Kraftfahrzeugen entwickelt, die von der BGHW finanziell unterstützt werden. Mehr Infos finden Sie hier.

„komm.gut.an.“

Die Kampagne „komm gut an.“ ist eine Initiative des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), der BGHW und des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Auf dem Kanal TikTok machen Azubis für Azubis die Verkehrssicherheit zum Thema. Ziel der Kampagne ist es, die hohe Zahl der Wegeunfälle bei Azubis und Berufseinsteigerinnen und -einsteigern zu verringern. Zudem bietet sie Verantwortlichen aus unseren Mitgliedsunternehmen Informationen, Seminare und Handlungshilfen zum Thema.

Zum TikTok-Kanal @komm.gut.an
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