Roland Kraemer (l.) und Manfred Wirsch, beide Vorstandsvorsitzende der BGHW-Selbstverwaltung und BGHW Geschäftsführer Udo Schöpf, eröffnen die Schulungsveranstaltung.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Digitalisierung in der Unfallversicherung

Die Digitalisierung schreitet in der Unfallversicherung voran und die künstliche Intelligenz baut darauf bereits auf: Die Mitglieder der BGHW-Selbstverwaltung lassen sich in einer Schulungsveranstaltung von Experten auf den neusten Stand bringen und diskutieren über Möglichkeiten und Grenzen dieser Technologien.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Selbstverwaltung der BGHW trifft sich zu einer zweitägigen Schulungsveranstaltung zum Thema Digitalisierung in der Unfallversicherung.
  • Expertenvorträge, Workshops und Networking: Die ehrenamtlichen Mitglieder schätzen den analogen Austausch.
  • Die Komplexität, die durch die Digitalisierung entsteht, erfordert immer mehr Standardisierung, um die technische Infrastruktur anzupassen sowie ein Change Management für die Beschäftigten, um sie bei der rasanten Entwicklung mitzunehmen.
  • Digitalisierung und Unfallmedizin: Professor Dr. Paul Anton Grützner von der BG Klinik Ludwigshafen über aktuelle Entwicklungen und KI-Tools im Einsatz
  • Digitalisierung innerhalb der BGHW: von internen Prozessen über Präventionsmaßnahmen bis digitales Lernen und Mitgliederkommunikation
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Keine künstliche Intelligenz ohne menschliche Intelligenz

Wer in San Francisco in ein Waymo-Taxi einsteigt, wird statt von einem Fahrer von der Künstlichen Intelligenz von A nach B gefahren. Manfred Wirsch hat es vor Kurzem selbst erlebt. „Macht mir das Angst? Nein, wir sollten vor der KI nicht in Angst erstarren, sondern sie annehmen, mitgestalten und die Beschäftigten entsprechend qualifizieren, um mit der rasanten Entwicklung Schritt zu halten“, sagt er. Roland Kraemer fasst das Thema künstliche Intelligenz in vier Botschaften zusammen: „KI kommt. Sie betrifft alle im Unternehmen. Wir müssen damit umgehen können und wir brauchen dafür Regeln.“ Mit diesen persönlichen Meinungen haben Manfred Wirsch und Roland Kraemer die Schulungsveranstaltung der BGHW für die ehrenamtlichen Mitglieder der Selbstverwaltung eröffnet. Zwei Tage setzten sich die beiden Vorstandsvorsitzenden der BGHW-Selbstverwaltung und rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Ehrenamt mit den Dimensionen der Digitalisierung in der Unfallversicherung auseinander.

Komplexität erfordert mehr Standardisierung

Wie universell das Thema Digitalisierung ist, zeige ein Blick auf die IT, erläutert IT-Experte Rolf Willems von der BGHW. Aus organisatorischer Sicht brauche es viel Zeit, um Mitarbeitende zu schulen sowie ein begleitendes Change Management, um die Mitarbeitenden bei der rasanten Entwicklung mitzunehmen. Technisch herausfordernd sei die Aufgabe, für die Erfassung, Speicherung und Analyse einwandfreier Daten ein Datenmanagement aufzubauen. „Der Grad der Komplexität nimmt immer weiter zu, Prozesse müssen standardisiert werden“, sagt Willems. „Programme verschmelzen immer mehr miteinander, wir müssen uns wie ein großes Uhrwerk verstehen. Wenn ein Zahnrädchen nicht funktioniert, stockt alles.“

Digitalisierung in der Medizin

Prof. Dr. Paul Alfred Grützner, Ärztlicher Direktor der BG Klinik Ludwigshafen, veranschaulichte die Vorteile der elektronischen Patientenakte, der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sowie des elektronischen Rezepts bis hin zu verschlüsselten Kommunikationsplattformen für den medizinischen Datenaustausch. Am Beispiel des Rettungsdiensts erklärte er, wie Digitalisierung in Form eines Tele-Notarztes unterstützen kann. Wie stark die KI bereits in die Medizin eingezogen ist, zeigten seine Beispiele: KI-Tools werden eingesetzt, um Frakturen zu erkennen, die Haut zu schützen oder Arzt-Patientengespräche aufzuzeichnen und sie anschließend in einen strukturierten Arztbrief umzuwandeln.    

BGHW standardisiert Prozesse

In der Praxis hat sich die BGHW schon längst auf den Weg gemacht und will beispielsweise 80 Prozent ihrer Prozesse standardisieren, um sie in eine einheitliche IT-Landschaft zu integrieren, wie BGHW-Geschäftsführer Udo Schöpf darstellt. Jede Kooperation sei extrem komplex. Je weiter die Digitalisierung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz voranschreite, desto wichtiger seien daher vernünftige Anwenderinnen und Anwender. Sein Credo: „Keine künstliche Intelligenz ohne menschliche Intelligenz.“

Digitalisierung im Ehrenamt

Dass digitale Tools wie die Mandats-App auch für die Mitglieder des Ehrenamtes enorme Helfer sind, demonstrieren Marion Bauer und Birgit Schaaf. Beide gehören zum Team des Hauptamtes der BGHW, dass die Schulungsveranstaltung organisiert hat. Die Mandatos App ist das Infoportal der Gremien der BGHW-Selbstverwaltung. In der App finden die Ehrenamtlichen alle aktuellen Sitzungen inklusive Sitzungsunterlagen, Protokolle, Ausschüsse, in denen der oder die jeweilige Ehrenamtliche vertreten ist, künftige Sitzungstermine etc.

Von digitalen Präventionsmaßnahmen bis digitales Lernen

In verschiedenen Workshops stellen Dr. Klaus Schäfer, Leiter der Prävention, Nicholas Handzik, Hauptabteilungsleiter Produktion, und Björn Ahrendt, Hauptabteilungsleiter Zentrale Dienste, konkrete digitale Angebote der BGHW für ihre Mitgliedsbetriebe und die Versicherten vor und diskutieren ihre Relevanz und Akzeptanz im Arbeitsalltag mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Auf Augenhöhe gemeinsam fortbilden

Nach zwei Tagen Veranstaltung ziehen die Teilnehmenden ein positives Fazit: Sahi Onay, neu im Ehrenamt und Vertreterin für die Arbeitgeberseite nimmt viele neue Impulse mit und hat auch selbst Denkanstöße in die Gruppe gegeben. BGHW-Geschäftsführer Udo Schöpf hält fest, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, um sich immer wieder auf einen gemeinsamen Wissenstand zu bringen. Hans-Peter Flinks, Vorstandsvorsitzender der Vertreterversammlung für die Arbeitgeberseite, hebt die sehr offenen Gespräche und Einblicke über die Branchen hinweg unter den Teilnehmenden hervor und Silke Mayer-Seidler, Vorstandsvorsitzende der Vertreterversammlung für die Arbeitnehmerseite resümiert: „Wir brauchen solche Veranstaltungen für unser Ehrenamt, weil wir gemeinsam auf Augenhöhe lernen wollen.“ Das freut Beate Braunagel vom Hauptamt der BGHW, die mit ihrem Team die Veranstaltung organisiert hat: „Wir wollen unser Ehrenamt regelmäßig über Trends und Themen der Zukunft mit Blick auf die Unfallversicherung informieren. In den ehrenamtlichen Sitzungen werden sie mit solchen Themen immer wieder in Berührung kommen und nur wenn man sich mit etwas beschäftigt, gelangt man in die Tiefe und kann im Sinne der BGHW handeln.“ 

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