
Lars kämpft um seine Zukunft
Bei der Vorführung einer Mäh-Raupe im September 2025 wurde Lars Eberhard so schwer verletzt, dass bis heute unklar ist, wie er seine Hände wieder nutzen kann.

Stolpern, Rutschen und Stürzen wirksam verhindern? Dafür hat die DGUV verschiedene Trainings zur Prävention entwickelt und wissenschaftlich überprüft. Ein Baustein: eine virtuelle Stadtumgebung, um typische Gefahren realitätsnah zu trainieren.
Ein nasser Gehweg, ein umgekippter E-Roller, halb im Gebüsch halb auf dem Pflaster, und Laub, das die Bordsteinkante verdeckt: Für Zustellerinnen und Zusteller sind das keine Nebensächlichkeiten, sondern potenzielle Unfallstellen. Sie sind täglich im öffentlichen Raum und auf fremden Privatgrundstücken unterwegs, Hindernisse gehören zum Arbeitsalltag. Dafür zu sensibilisieren und die körperlichen Reflexe zu trainieren, war eines der Ziele des DGUV-Forschungsprojekts Entrapon. Teilnehmende waren unter anderem Post- und Paketzusteller von DHL.
„Im Rahmen von Entrapon haben wir für ein Training eine virtuelle Stadtumgebung entwickelt, die typische Gefahren bei der Zustellung realitätsnah abbildet: verschmutzte Wege, Baustellen, herumliegende Gegenstände oder witterungsbedingte Risiken“, sagt Jan Zimmermann, Leiter des Projekts und am Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) zuständig für Grundlagen der Maschinensicherheit und Softwarelösungen. Ausgangsbasis für dieses Training war der Lagersimulator der BGHW (siehe Kasten). Die DHL-Testgruppe bewegte sich in der virtuellen Umgebung auf einem Laufband, das eine Fortbewegung in jede beliebige 360-Grad-Richtung ermöglicht. Mithilfe einer VR-Brille tauchten die Teilnehmenden in die Simulation ein, liefen durch Straßenzüge und mussten Gefahren erkennen, bewerten und angemessen reagieren. Eine Pfütze kann man nicht wegwischen, lose Stufen nicht einfach austauschen. Die Zustellerinnen und Zusteller lernten, alternative Maßnahmen zu wählen – etwa das eigene Verhalten anzupassen oder im Zweifel eine Zustellung abzubrechen. „Uns war wichtig, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern sicheres Handeln in praxisnahen Situationen zu trainieren“, erläutert Jan Zimmermann.
Weitere Projektbausteine waren ein Laufbandtraining mit virtuellen oder mechanischen Gangstörungen sowie ein Stolper-Parcours in einem Messanzug. Das Ergebnis: Direkt nach dem Training reagierten die Teilnehmenden spürbar sicherer, selbst bei plötzlichen Stolpergefahren. Ein Langzeiteffekt war noch nicht nachweisbar, hierfür könnte eine höhere Trainingsdosis erforderlich sein.
Christoph Wetzel, BGHW-Experte für Sturzunfälle, ist zufrieden: „Der von der BGHW und dem IFA entwickelte Lagersimulator kommt bei unseren Mitgliedsbetrieben sehr gut an. Dass er im Entrapon-Projekt als Grundlage für die virtuelle Stadtumgebung diente und seine Wirksamtkeit somit auch wissenschaftlich belegt ist, freut uns sehr.“

Bei der Vorführung einer Mäh-Raupe im September 2025 wurde Lars Eberhard so schwer verletzt, dass bis heute unklar ist, wie er seine Hände wieder nutzen kann.
„Dieser Sport gibt mir ein ganz besonderes Freiheitsgefühl. Alpines Skifahren habe ich erst als Rollstuhlfahrer gelernt“, sagt Christoph Weis.
Wegen der Quarzstaublungenerkrankung musste Bernhard Schild seinen Beruf als Steinmetz und Steinbildhauer-Meister aufgeben. Er schulte um zum Kaufmann für Büromanagement.
Durch einen schweren Arbeitsunfall verlor Dirk Boßmeyer ein Bein. Mit Unterstützung seines Chefs und seiner Kollegen bei Getränke Essmann kehrte er zurück in den Job.
„Jeder Mensch hat eine Chance verdient“, sagt Johannes Koenen. Diese Haltung zeigt er auch als Arbeitgeber von Thomas Ressing, dessen Unterschenkel amputiert werden musste.

Eine Berufskrankheit zwang Florian Weidenweber zum Umdenken – mit Unterstützung der BGHW und seines Arbeitgebers Suffel Fördertechnik gelang ihm eine erfolgreiche Umschulung.
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
E-Mail:
hundertprozent(at)bghw.de