Auf einem Büroflachdach sind zehn orangefarbene Warnwesten auf einem Gitter ausgebreitet.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

BGHW-Fachtagung: Sicherheit im Realitätscheck

Wie sichtbar ist Warnkleidung wirklich? Wann wird ein Boden zur Gefahr oder wann fälschlicherweise zum Problem erklärt? Die BGHW-Fachtagung 2026 „Sicherheit und Gesundheit in Handel und Warenlogistik“ liefert Antworten auf solche Fragen. Drei Tage lang treffen sich Fachleute, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Lösungen zu erleben und sich zu vernetzen. Wir stellen zwei Beispiele vor.

Das Wichtigste im Überblick

  • Wie zuverlässig schützt Warnkleidung im Alltag und wie verändert sich ihre Wirkung durch Nutzung und Alterung?
  • Forschung zum Anfassen: Auf der BGHW-Fachtagung zeigen Expertinnen und Experten praxisnah, was hinter Materialien und Normen steckt.
  • Rutschhemmung von Fußböden – Messtechnischer Dienst der BGHW: objektive Messungen helfen, gezielte und wirtschaftliche Lösungen zu finden.
  • Austausch im Fokus: Teilnehmende der Fachtagung profitieren von konkreten Einblicken und direkt anwendbarem Wissen für ihren Arbeitsalltag.
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Wie sichtbar sind wir wirklich?

Porträt von Corina Walther, sie leitet das Sachgebiet Persönliche Schutzausrüstung am Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA).
Corina Walther ist am Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) Sachgebietsleiterin und Fachzertifiziererin für Persönliche Schutzausrüstung.

Wer Warnkleidung trägt, verlässt sich darauf, gesehen zu werden. Aber wie sicher sind Warnweste, Schutzhose und Co. wirklich, wenn sie im Dauereinsatz sind? Corina Walther und Olaf Mewes vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) befassen sich in einem Forschungsprojekt mit dieser Fragestellung.

Wenn Warnkleidung altert und niemand es merkt

Die Experten untersuchen beispielsweise, wie UV-Strahlung, Witterungseinflüsse und Waschprozesse Materialien verändern. Dazu legen sie unter anderem Warnwesten über Monate im Freien aus – unter möglichst realen Nutzungsbedingungen –, und messen regelmäßig Farbveränderungen und Reflexionswerte. „Aus den Daten können wir eine Alterungskurve erstellen und am Ende des Projekts voraussichtlich einschätzen, welche Ablegereife für Schutzkleidung zum Beispiel unter heutigen Klimabedingungen gilt“, erklärt Corina Walther. 

Mehr als Arbeitskleidung – ein Thema für alle

Porträt von Olaf Mewes, er leitet das Referat „Arbeitsmittel, Bauprodukte, mechanische Schutzausrüstung“ am IFA und koordiniert interdisziplinäre Forschungs- und Prüfprojekte.
Olaf Mewes leitet das Referat „Arbeitsmittel, Bauprodukte, mechanische Schutzausrüstung“ am IFA.

Was das Projekt besonders macht: Es weist über den klassischen Arbeitsschutz hinaus. „Denn Warnkleidung betrifft längst nicht nur Lager, Baustelle, Lieferdienste, Hafenlogistik und Müllabfuhr, sondern zunehmend auch unseren Alltag“, sagt Olaf Mewes. „Vor allem durch die steigende Nutzung von E-Bikes oder E-Scootern wird Sichtbarkeit zu einem unterschätzten Sicherheitsfaktor.“

Forschung zum Anfassen in Vorträgen und auf dem Marktplatz

Ihre Zwischenergebnisse und einen Einblick in den sehr praxisbezogenen Aufbau des Forschungsprojekts stellen Corina Walther und Olaf Mewes auf der Fachtagung „Sicherheit und Gesundheit in Handel und Warenlogistik“ vor. Außerdem bringen sie erste Erkenntnisse mit auf den dazugehörigen Marktplatz. „Wir zeigen Materialproben, gealterte Kleidung und Vergleichsbeispiele, weil es immer eindrücklicher ist, solche Erkenntnisse live zu erleben, anzufassen und zu prüfen. Vieles sieht man als Laie auf den ersten Blick mit bloßem Auge nicht“, sagt Corina Walther. Olaf Mewes ergänzt: „Außerdem wollen wir über die Zunahme gefälschter Warnwesten aufklären und innovative Lösungen wie aktiv leuchtende Warnkleidung zeigen.“ Beide setzen dabei bewusst auf den direkten Austausch mit dem Tagungspublikum.

Rutschig – oder nur falsch eingeschätzt?

Porträt von Dr. Christoph Wetzel, BGHW-Experte für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle
Dr. Christoph Wetzel ist bei der BGHW Experte für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle.

Wie wichtig dieser zweite Blick ist, verdeutlicht auch ein weiteres Marktplatzangebot der BGHW: der Messtechnische Dienst mit Fokus auf Gleitreibung. „Der Messtechnische Dienst kommt zum Beispiel dann ins Spiel, wenn Unsicherheit besteht: Ist ein Boden in Ordnung? Muss er saniert werden oder liegt das Problem ganz woanders?“, erläutert Dr. Christoph Wetzel, BGHW-Experte für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle (SRS). Auf dem Marktplatz der Fachtagung stellt er vor, wie sich Rutschhemmung objektiv messen und vor allem richtig bewerten lässt.

Messen, verstehen, richtig handeln

Denn oft beeinflussen lediglich Verschmutzung oder falsche Pflege die Sicherheit eines Bodens. Durch gezielte Maßnahmen wie Anpassung der Reinigungsmittel kann auf eine aufwendige Sanierung verzichtet werden. „Beim Messtechnischen Dienst betrachten wir immer das Zusammenspiel von Boden, Schuhwerk und Verschmutzung durch zum Beispiel Wasser, Öl oder Staub“, erläutert der Experte. „Auf dem Marktplatz zeige ich Besucherinnen und Besuchern anhand von konkreten Fällen aus der Praxis, wie Messungen ablaufen, welche Faktoren eine Rolle spielen, warum Ergebnisse oft überraschend sind und wo Unternehmen konkret ansetzen können.“

Ob bei Warnkleidung oder Fußböden – die Fachtagung zeigt, wie wichtig das Ineinandergreifen von Forschung und praktischer Erfahrung ist. Teilnehmende werden vor allem eines mitnehmen: ein klareres Verständnis für Sicherheit im eigenen Betrieb und konkrete Ansätze, sie wirksam zu verbessern.
 

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