
Wir bringen Maschinen gerade bei, die Welt zu verstehen
Roboter, die nicht nur sehen, sondern verstehen. KI-Systeme, die neue Chancen, aber auch Risiken schaffen. Ein Gespräch mit dem Logistik-Experten Prof. Dr. Kai Furmans.

Wie sichtbar ist Warnkleidung wirklich? Wann wird ein Boden zur Gefahr oder wann fälschlicherweise zum Problem erklärt? Die BGHW-Fachtagung 2026 „Sicherheit und Gesundheit in Handel und Warenlogistik“ liefert Antworten auf solche Fragen. Drei Tage lang treffen sich Fachleute, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Lösungen zu erleben und sich zu vernetzen. Wir stellen zwei Beispiele vor.

Wer Warnkleidung trägt, verlässt sich darauf, gesehen zu werden. Aber wie sicher sind Warnweste, Schutzhose und Co. wirklich, wenn sie im Dauereinsatz sind? Corina Walther und Olaf Mewes vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) befassen sich in einem Forschungsprojekt mit dieser Fragestellung.
Die Experten untersuchen beispielsweise, wie UV-Strahlung, Witterungseinflüsse und Waschprozesse Materialien verändern. Dazu legen sie unter anderem Warnwesten über Monate im Freien aus – unter möglichst realen Nutzungsbedingungen –, und messen regelmäßig Farbveränderungen und Reflexionswerte. „Aus den Daten können wir eine Alterungskurve erstellen und am Ende des Projekts voraussichtlich einschätzen, welche Ablegereife für Schutzkleidung zum Beispiel unter heutigen Klimabedingungen gilt“, erklärt Corina Walther.

Was das Projekt besonders macht: Es weist über den klassischen Arbeitsschutz hinaus. „Denn Warnkleidung betrifft längst nicht nur Lager, Baustelle, Lieferdienste, Hafenlogistik und Müllabfuhr, sondern zunehmend auch unseren Alltag“, sagt Olaf Mewes. „Vor allem durch die steigende Nutzung von E-Bikes oder E-Scootern wird Sichtbarkeit zu einem unterschätzten Sicherheitsfaktor.“
Ihre Zwischenergebnisse und einen Einblick in den sehr praxisbezogenen Aufbau des Forschungsprojekts stellen Corina Walther und Olaf Mewes auf der Fachtagung „Sicherheit und Gesundheit in Handel und Warenlogistik“ vor. Außerdem bringen sie erste Erkenntnisse mit auf den dazugehörigen Marktplatz. „Wir zeigen Materialproben, gealterte Kleidung und Vergleichsbeispiele, weil es immer eindrücklicher ist, solche Erkenntnisse live zu erleben, anzufassen und zu prüfen. Vieles sieht man als Laie auf den ersten Blick mit bloßem Auge nicht“, sagt Corina Walther. Olaf Mewes ergänzt: „Außerdem wollen wir über die Zunahme gefälschter Warnwesten aufklären und innovative Lösungen wie aktiv leuchtende Warnkleidung zeigen.“ Beide setzen dabei bewusst auf den direkten Austausch mit dem Tagungspublikum.

Wie wichtig dieser zweite Blick ist, verdeutlicht auch ein weiteres Marktplatzangebot der BGHW: der Messtechnische Dienst mit Fokus auf Gleitreibung. „Der Messtechnische Dienst kommt zum Beispiel dann ins Spiel, wenn Unsicherheit besteht: Ist ein Boden in Ordnung? Muss er saniert werden oder liegt das Problem ganz woanders?“, erläutert Dr. Christoph Wetzel, BGHW-Experte für Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle (SRS). Auf dem Marktplatz der Fachtagung stellt er vor, wie sich Rutschhemmung objektiv messen und vor allem richtig bewerten lässt.
Denn oft beeinflussen lediglich Verschmutzung oder falsche Pflege die Sicherheit eines Bodens. Durch gezielte Maßnahmen wie Anpassung der Reinigungsmittel kann auf eine aufwendige Sanierung verzichtet werden. „Beim Messtechnischen Dienst betrachten wir immer das Zusammenspiel von Boden, Schuhwerk und Verschmutzung durch zum Beispiel Wasser, Öl oder Staub“, erläutert der Experte. „Auf dem Marktplatz zeige ich Besucherinnen und Besuchern anhand von konkreten Fällen aus der Praxis, wie Messungen ablaufen, welche Faktoren eine Rolle spielen, warum Ergebnisse oft überraschend sind und wo Unternehmen konkret ansetzen können.“
Ob bei Warnkleidung oder Fußböden – die Fachtagung zeigt, wie wichtig das Ineinandergreifen von Forschung und praktischer Erfahrung ist. Teilnehmende werden vor allem eines mitnehmen: ein klareres Verständnis für Sicherheit im eigenen Betrieb und konkrete Ansätze, sie wirksam zu verbessern.

Roboter, die nicht nur sehen, sondern verstehen. KI-Systeme, die neue Chancen, aber auch Risiken schaffen. Ein Gespräch mit dem Logistik-Experten Prof. Dr. Kai Furmans.
Trauer am Arbeitsplatz betrifft viele Beschäftigte. Wie Unternehmen und Führungskräfte richtig reagieren, Mitarbeitende unterstützen und den Betrieb stabil halten.
Viele werden ausgerechnet im Urlaub krank. Warum der Körper dann schlappmacht – und was Beschäftigte und Unternehmen für echte Erholung tun können.
Am 28. April erinnert der Workers’ Memorial Day an die Menschen, die durch ihre Arbeit ihr Leben verloren haben. Er macht klar: Arbeit darf nicht tödlich sein.
Um beeinträchtigte Versicherte nach einem schweren Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit wieder in Bewegung zu bringen, setzt die BGHW auf den Einsatz von Sportcoaches.

Gabelstapler, die aus der Ferne gesteuert werden – das klingt futuristisch. In der Praxis helfen sie, den Fachkräftemangel dauerhaft abzufedern und Risiken zu reduzieren.
Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!
E-Mail:
hundertprozent(at)bghw.de