
Damit Arbeit nicht unter die Haut geht
Versicherten, die arbeitsbedingt unter Hautproblemen leiden oder eine Berufskrankheit befürchten, bietet die BGHW Seminare mit individueller Beratung an.

Auf der BGHW-Fachtagung 2026 „Sicherheit und Gesundheit in Handel und Warenlogistik“ erleben Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktuelle Lösungen für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Prävention. Vorträge, Praxisstationen und Live-Demonstrationen zeigen unter anderem den sicheren Umgang mit Hubarbeitsbühnen, horizontalen Ballenpressen und Hydraulikschlauchleitungen.
Wer selbst erlebt, wie sich das Arbeiten in luftiger Höhe auf einer Hubarbeitsbühne anfühlt, versteht Risiken besser. Eine geplatzte Hydraulikschlauchleitung zu sehen, schärft das Bewusstsein für mögliche Gefahren. Und über die Nachrüstung von Maschinen wie eine Ballenpresse mit Fachleuten zu diskutieren, verschafft neue Erkenntnisse. Genau dieses Praxiswissen vermittelt die Fachtagung „Sicherheit und Gesundheit in Handel und Warenlogistik“ in verschiedenen Foren und an zahlreichen Marktplätzen. Beide Formate setzen auf Austausch, Erleben und Ausprobieren. BGHW-Experte Marco Daudenberg stellt beispielsweise Neuerungen zu Ballenpressen und Hubarbeitsbühnen vor – zwei Themen, die in vielen Unternehmen des Handels und der Warenlogistik zum Alltag gehören.
Bei den horizontalen Ballenpressen steht die überarbeitete DGUV-Information im Mittelpunkt. Marco Daudenberg geht es im Forum vor allem darum: Was bedeuten die Neuerungen für den Betrieb? Welche schweren Unfälle passieren an Ballenpressen und warum? Welche technischen Schutzeinrichtungen braucht eine Anlage? Und wie können Unternehmen Bestandsmaschinen so nachrüsten, dass Beschäftigte sicher arbeiten können? „Gerade die Nachrüstung dürfte viele Betriebe interessieren, weil sie oftmals günstiger ist als eine Neuanschaffung“, sagt Marco Daudenberg.
Auch beim Thema Hubarbeitsbühnen informiert der BGHW-Experte in einem Praxisforum über die sichere Bedienung: Wer darf Hubarbeitsbühnen benutzen? Was muss ein Betrieb schon vor dem Einsatz organisieren? Was ist während des Betriebs zu beachten und wo liegen die Grenzen für Bedienerinnen und Bediener – etwa beim Umgang mit Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz oder beim Mitnehmen von Lasten auf der Arbeitsbühne? „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihr ‚altes‘ Wissen auffrischen, um Betriebsblindheit aufzubrechen“, sagt Marco Daudenberg. Vor Ort wird es eine Hubarbeitsbühne geben. Wenn das Wetter mitspielt, können Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit einem erfahrenen Bediener in die Höhe fahren. Ein großer Mehrwert, wie Daudenberg findet: „Selbst auf eine Hubarbeitsbühne zu gehen, ist besonders interessant, um ein realistisches Verständnis für Risiken und sichere Handhabung zu entwickeln. Zugleich gewinnt man einen Eindruck davon, wie sich die Beschäftigten bei Arbeiten in luftiger Höhe fühlen.“
Oliver Lohmaier vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) betreut den Marktplatz „Gefahren im Umgang mit Hydraulikschlauchleitungen“. „Überall dort, wo gehoben, bewegt oder gepresst wird, wo große Kräfte wirken, sind Hydraulikschlauchleitungen im Einsatz. Zum Beispiel im Lager, an der Laderampe, im Fuhrpark, am Gabelstapler, an Hubarbeitsbühnen, an Lkw mit Abroll- oder Absetzkippern und auch an Anlagen, die Abfall mit großer Kraft zu Ballen verpressen“, sagt der Sachgebiets- und Prüflaborleiter Hydraulik. Gerade weil sie unauffällig arbeiteten, würden sie häufig unterschätzt und vernachlässigt. Dabei können defekte oder gealterte Hydraulikschlauchleitungen plötzlich platzen oder aus ihrer Armatur ausreißen. Die Folgen reichen von austretendem Hydrauliköl über unkontrollierte Maschinenbewegungen bis zu peitschenden Schläuchen. Auch Rutsch- und Brandgefahren spielen eine Rolle. „Dies alles kann zu schweren Verletzungen führen“, sagt Oliver Lohmaier. Auf seinem Marktstand zeigt er deshalb typische gefahrbringende Ausfälle, gleichzeitig können sich Interessierte dem Thema gefahrlos nähern. „Wer beschädigte Schlauchleitungen einmal in echt gesehen hat, erkennt im eigenen Betrieb solche Schäden schneller und kann handeln, bevor etwas passiert“, so Oliver Lohmaier.
Marco Daudenberg verspricht viele Aha-Momente auf der Fachtagung, „weil theoretisches Wissen durch praktische Demonstrationen und die Weitergabe von Erfahrungen aus der Arbeitswelt greifbar und unmittelbar verständlich wird“. Besonders wertvoll ist für ihn der Austausch unter den Teilnehmenden: „Auf der Tagung findet man viele schlaue Köpfe, die ihr Wissen gern teilen.“

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