Durch den Klimawandel gibt es immer mehr Extremwetterereignisse, zu denen auch Hitzewellen zählen. Hitzewellen gefährden die Gesundheit, weil der Körper nicht nur am Tag, sondern meist auch in der Nacht von der übermäßigen Wärme belastet wird. „Unser Körper verträgt Hitze nur begrenzt, da er seine Körperkerntemperatur von circa 37 Grad Celsius aufrechterhalten muss. Je höher die Temperatur über diesen Wert steigt, desto kritischer wird es für die Gesundheit“, sagt Dr. Peter Schiefen, Arbeitsmediziner bei der BGHW.
Wer ist besonders gefährdet?
Hitzebeschwerden können prinzipiell jeden treffen. Ältere, Säuglinge, Kinder und Schwangere, chronisch Erkrankte sowie über- und untergewichtige Menschen sind besonders gefährdet, weil sie Probleme mit der Wärmeregulation haben. Ebenfalls sind es Menschen, die im Freien arbeiten, körperlich anstrengende Arbeit verrichten oder Sport treiben. „Hohe Temperaturen sind vor allem für das das Herz-Kreislauf-System belastend. Die gesundheitlichen Auswirkungen können von Hitzeerschöpfung bis hin zum tödlichen Hitzschlag reichen – vor allem, wenn zu wenig getrunken wird und die Möglichkeit fehlt, sich abzukühlen“, warnt Schiefen.
Gefährliche Schwüle
Hohe Luftfeuchtigkeit macht Hitze noch gefährlicher. Denn bei schwüler Luft kann der Schweiß auf der Haut kaum verdunsten. Doch diese Verdunstung ist nötig, um den Körper zu kühlen. Somit steigt die Körpertemperatur bei Schwüle schneller an und es kommt zum Wärmestau. Das Umweltbundesamt nennt in seinem „Hitzeknigge“ folgende Symptome, die auf einen Hitzschlag hinweisen: Erbrechen, plötzliche Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung, Bewusstlosigkeit, sehr hohe Köpertemperatur (über 39 °Celsius), Krampfanfall, Kreislaufschock und heftige Kopfschmerzen. Wichtig zu wissen: Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall – sofort den Rettungsdienst rufen (112) und Erste-Hilfe- Maßnahmen einleiten!
Mehr heiße Tage
Der Deutsche Wetterdienst erfasste im Jahr 2025 bundesweit durchschnittlich 43 Sommertage mit Höchsttemperaturen über 25 Grad Celsius sowie 11 heiße Tage mit über 30 Grad Celsius. Durch das Temperaturplus der vergangenen Jahre werde Deutschland nach Angaben der Behörde mit mehr Hitzewellen konfrontiert. Dabei können auch hierzulande vereinzelt Tage mit Temperaturspitzen von bis zu 40 Grad Celsius auftreten. Den bundesweiten Spitzenwert im Jahr 2025 meldete Andernach in Rheinland-Pfalz mit 39,3 Grad Celsius. Auch das Robert Koch Institut weist darauf hin, dass in Deutschland aufgrund des Klimawandels eine Zunahme von Hitze in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten sei – mit Folgen für die menschliche Gesundheit und das Wohlbefinden.