Während eines Workshops sind vier Personen zu sehen, die auf einen Flipchart schauen.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Workshop für Ausbilderinnen und Ausbilder

Einen Workshop für Ausbilderinnen und Ausbilder führte die BGHW bei DHL Supply Chain durch. Das ist ein auf Kontraktlogistik spezialisierter Geschäftsbereich der DHL Group. Im Fokus standen Arbeitssicherheit und Gesundheit als relevante Ausbildungsinhalte. Schon gewusst? Auch andere Mitgliedsunternehmen können von den Seminarangeboten der BGHW profitieren.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die DHL Supply Chain hat einen BGHW-Workshop zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheit für Ausbilderinnen und Ausbilder angeboten.
  • Wichtiger Bestandteil: praxisnahe Einheiten zur Unterweisung von Azubis und Gefährdungen am Arbeitsplatz.
  • Die Teilnehmenden wurden über die Standardberufsbildposition „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" aufgeklärt.
  • Standardberufsbildpositionen unterstützen dabei, dass Azubis Kompetenzen entwickeln, die über fachspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten hinausgehen. Ihre Inhalte sind für jeden Ausbildungsberuf in Deutschland verpflichtend.
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Azubis früh sensibilisieren

„Die meisten unserer neuen Azubis sind recht jung. Sie hatten wenig oder noch gar keine Berührungspunkte mit Arbeitssicherheit“, sagt Lisa Patzelt, Ausbildungsleiterin der DHL Supply Chain. Sie kennt die Gefahrenquellen bei der Arbeit im Lager. Dazu gehören beispielsweise Flurförderzeuge, vermeidbare Stolperfallen oder nicht vorschriftmäßiges Anheben von Lasten. „Unsere Ausbilderinnen und Ausbilder müssen die Azubis so früh und so gut wie möglich für diese Risiken sensibilisieren“, sagt sie. Sie fragte daher die BGHW für einen Workshop für ihre Ausbilderinnen und Ausbilder an. Umgesetzt wurde das Vorhaben im August im Bonner Post Tower. Die DHL Supply Chain veranstaltet hier ihre jährliche Einführungsveranstaltung zum Ausbildungsstart. 60 neue Azubis und dual Studierende aus den verschiedenen Bereichen in der Logistik sowie 25 Ausbilderinnen und Ausbilder aus ganz Deutschland kamen beim letzten Mal zusammen.

Praxisnähe und Interaktion

Die neuen Azubis und dual Studierenden lernten in Bonn viel über unternehmensinterne Inhalte und gesundheitliche Angebote. Die Ausbilderinnen und Ausbilder beteiligten sich parallel am vierstündigen Workshop. Dabei eigneten sie sich Wissen an, von dem auch ihre Azubis profitieren werden. Stefanie Hobrack-Zscheich und Christine Schumacher von der BGHW leiteten den Workshop. „Wir haben großen Wert auf Praxisnähe und Interaktion gelegt,“ sagt Stefanie Hobrack-Zscheich, Themenverantwortliche für den Bereich Auszubildende bei der BGHW. Die Dozentinnen banden die Teilnehmenden nach jedem Kurzvortrag mit Gruppenarbeiten und Diskussionsrunden aktiv ein. 

Lernziele des Workshops

Die Ausbilderinnen und Ausbilder sollten nach der Teilnahme:

  • die Rolle der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) als gesetzliche Unfallversicherung verstehen und ihre Bedeutung für die Ausbildung kennen,
  • die Standardberufsbildposition „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ (SGA) des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BiBB) interpretieren und auf die Ausbildungsinhalte im Lagerbereich anwenden können,
  • praktische Methoden und Impulse erhalten, um SGA aktiv und eigenverantwortlich in den Ausbildungsalltag zu integrieren,
  • ihr Netzwerk erweitern und bewährte Verfahren im Austausch mit anderen Ausbilderinnen und Ausbildern teilen.

Standardberufsbildposition im Fokus

Ein wichtiges Anliegen der Dozentinnen: die Aufklärung über die Standardberufsbildposition „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“. Bei den Standardberufsbildpositionen handelt es sich um übergreifende Standards, die für jede Ausbildung gelten. Sie ergänzen die fachspezifischen Inhalte, die ein Azubi im Rahmen der jeweiligen Ausbildung lernen muss. Die Dozentinnen führten die Teilnehmenden zunächst in die Standardberufsbildposition ein und verteilten die Anwesenden dann auf kleine Gruppen. Hier diskutierten die Ausbilderinnen und Ausbilder, welche der neuen Inhalte bei der Arbeit im Lager besonders relevant sind. Anschließend konzipierte jede Gruppe eine mögliche Unterweisungseinheit und präsentierte sie den Anwesenden. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr engagiert und haben tolle Unterweisungseinheiten entwickelt“, freut sich Schumacher. 

Die vier Standardberufsbildpositionen, die integral zu jeder Ausbildung gehören:

  1. Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht (2020 erweitert)
  2. Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (2020 erweitert um beispielsweise Wegeunfälle, psychische Belastungen, Ergonomie und das TOP-Maßnahmenprinzip [Hierarchie von Schutzmaßnahmen in der Arbeitssicherheit])
  3. Umweltschutz und Nachhaltigkeit (neu seit 2020)
  4. Digitalisierte Arbeitswelt (neu seit 2020)

Aktueller Stand

Das Bundesinstitut für berufliche Bildung hat die Standardberufsbildpositionen 2020 gemeinsam mit Akteuren aus der Wirtschaft überarbeitet. Maßgeblich daran beteiligt war auch Dr. John Bötticher, Mitglied des Vorstands der BGHW-Selbstverwaltung. Die Ausbildungsberufe in Deutschland werden peu à peu überarbeitet. Die neuen Ausbildungsinhalte sind also in einigen Berufen noch nicht verpflichtend. Anders sieht es bei bereits überarbeiteten Berufen aus. Dazu zählen unter anderem Kaufleute für Groß- und Außenhandelsmanagement sowie Kaufleute für Büromanagement. „Die neuen Inhalte kommen früher oder später auf alle Ausbilderinnen und Ausbilder zu“, sagt Hobrack-Zscheich. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat daher empfohlen, frühzeitig die Inhalte fest in die Ausbildung einzubetten. Die Schulung in Bonn folgte dieser Empfehlung. 

Unterstützung durch die BGHW

„Der Workshop war auf die individuellen Bedürfnisse unseres Unternehmens zugeschnitten. Das machte ihn noch wertvoller“, sagt Lisa Patzelt von der DHL Supply Chain. Sie bewertet die Schulung als vollen Erfolg: „Unsere Ausbilderinnen und Ausbilder wissen jetzt, was auf sie zukommt. Sie können dieses Wissen nun mit unseren Azubis und unseren anderen Ausbilderinnen und Ausbildern teilen.“ BGHW-Mitgliedsunternehmen, die einen ähnlichen Bedarf haben wie die DHL Supply Chain, können sich direkt an Stefanie Hobrack-Zscheich oder ihren Kollegen Norbert Woehlke wenden (siehe Kontakt). Sie beraten individuell, welche Seminare, Web-based Trainings oder weiteren Angebote hilfreich sind. Mehr zu der überarbeiteten Standardberufsbildposition und der Umsetzung bieten unter anderem das dreitägige Präsenzseminar „PS 7 – Sicherheit und Gesundheit in der Berufsausbildung“ und das Kompendium Arbeitsschutz.

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Referent Angebotsentwicklung

Telefon:
0228 540-65863

E-Mail:
n.woehlke(at)bghw.de

Stefanie Hobrack-Zscheich

Referentin Angebotsentwicklung, BGHW

Ansprechpartnerin beim Thema “Auszubildende”

E-Mail:
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