Dr. Wenger schaut freundlich in die Kamera. Sie trägt eine Brille, einen weißen Kittel. Auf dem PC-Bildschirm im Hintergrund ist ein Röntgenbild zu sehen.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 1 Minute

Auf die Reha kommt es an

Unsere Hände haben eine besondere Bedeutung. Ob bei der Arbeit oder im Privaten. Greifen, Gestikulieren, Streicheln, Waschen, Anziehen: Hände sind immer im Einsatz, vermitteln Emotionen und dienen zur Versorgung. Deswegen kann eine Handverletzung für Betroffene sehr belastend sein. Dr.Andrea Wenger, Oberärztin und Leiterin Rehabilitation und BG-liche Heilverfahren, Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, BG Klinik Tübingen, erklärt im Interview, warum die Handchirurgie so komplex ist und viel Fingerspitzengefühl erfordert. 

Das Wichtigste im Überblick

  • Hände sind immer im Einsatz, vermitteln Emotionen und dienen zur Versorgung. Daher können Handverletzungen für Betroffene sehr belastend sein.
  • Das Spektrum der Handchirurgie ist sehr komplex, reicht vom verstauchten Finger bis zu abgetrennten Gliedmaßen.
  • Dr. Andrea Wenger, Oberärztin und Leiterin Rehabilitation und BGliche Heilverfahren, Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, BG Klinik Tübingen, schildert die Besonderheiten.  
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Frau Dr. Wenger, warum ist die Handchirurgie so komplex?

In einer Hand liegen auf engstem Raum viele verschiedene Strukturen, sehr klein und eng beieinander: Knochen, Sehnen, Nerven, Gefäße. Wir operieren mit Lupenbrillenvergrößerung oder Mikroskop. Das Spektrum der Handchirurgie reicht vom verstauchten Finger bis zu abgetrennten Gliedmaßen. Schon bei einer kleinen Schnittverletzung in der Hand, die ganz harmlos aussieht, kann sehr viel kaputt sein.

Wie läuft die Akutversorgung einer schwer verletzten Hand?

Durchblutungsstörungen sind absolute Notfälle und haben in unserer BG Klinik Priorität. Dazu zählen auch abgetrennte Gliedmaßen wie Finger. Sehnen, Nerven, Arterien können wieder angenäht werden. Bei gebrochenen Knochen kommen häufig Drähte, Schrauben und Platten zum Einsatz. Wie am Ende die Handfunktion wird - viele Einflussfaktoren kommen hier zusammen: Wie war der Unfall – beispielsweise Schnitt, Risswunde oder Quetschung? Wie war die Versorgung der
abgetrennten Gliedmaßen, gab es Komplikationen oder mussten mehrere Operationen
durchgeführt werden? 

Wie bedeutsam ist die Rehabilitation? 

Am Ende der Operation entscheidet der Operateur über die Therapie und Nachbehandlung des Verletzten, legt fest, was erlaubt ist und was nicht. Entsprechend dieser Vorgaben können Therapeuten die Behandlungen anpassen. Die OP ist nur ein kleiner Teil, die Basis. Sie können so gut operieren wie Sie wollen – vor allem die folgenden Therapien, wie etwa die Ergotherapie, müssen funktionieren - und die Mitarbeit des Patienten. Darauf sind wir in der Handchirurgie extrem angewiesen. Die Reha läuft bei uns von Tag eins.

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