Das Motiv zeigt ein symbolhaftes Bild. Zu sehen sind zwei Figuren mit Sprechblasen, die aufzeigen, dass es um das Thema Kommunikation mit Mitarbeitern geht.
Datum der Veröffentlichung: Lesezeit: 3 Minuten

Gute Kommunikation lernen

Wie lassen sich Mitarbeitergespräche oder Team-Meetings verbessern? Was kann ich tun, damit meine Botschaften ankommen und die Informationen von den Mitarbeitenden verstanden werden? Muss ich besser kommunizieren? Diese Fragen stellen sich viele Führungskräfte – in kleinen Betrieben und in großen Unternehmen. Stefan Ganzke, Experte für Sicherheitskultur und Kommunikation, kennt darauf Antworten mit Aha-Effekt!

Serie: Arbeitsschutz beginnt im Kopf* – gute Kommunikation lernen

Das Wichtigste im Überblick

1. Führungskräfte sollten Mitarbeitergespräche gut vorbereiten. Eine Möglichkeit ist, zentrale Aussagen vor einem Spiegel zu üben – dabei entwickelt man ein Gespür dafür, wie man wirkt.

2. Es gibt unterschiedliche Wahrnehmungstypen – darauf sollte man sich einstellen. 

3. Ergebnisse sollten immer schriftlich festgehalten und daraus resultierende Aufgaben fest vergeben werden. 

*Die Serie Arbeitsschutz beginnt im Kopf bietet einen Überblick zu Themen wie Kommunikation, Verhalten und Gewohnheiten und viele praktische Tipps für alle, die etwas bewegen wollen.

Symbol für Zusammenfassung des nachfolgenden Seiteninhalts
Kommunikations-Profi Stefan Ganzke mit seinem Mobil-Telefon. Er hat sich unter anderem auf das Thema Kommunikation mit Mitarbeitern spezialisiert.
Stefan Ganzke, Experte für Sicherheitskultur, hat sich unter anderem auf das Thema Kommunikation mit Mitarbeitern spezialisiert.

Herr Ganzke, was sollten Führungskräfte bei Einzel- und Gruppengesprächen mit Mitarbeitenden besonders beachten? 

Stefan Ganzke: Wichtig ist eine gute Vorbereitung. Als Führungskraft muss ich mir über Folgendes klar sein: Was ist mein Ziel? Was ist meine Botschaft? Und was ist für die Beschäftigten und für das Unternehmen wichtig? Deswegen sollte ich Mitarbeitergespräche vorher üben. Einfach vor einen Spiegel stellen, die Sätze laut aussprechen und sich dabei beobachten. Dabei gibt es schon mal den einen oder anderen Aha-Effekt. Denn so entwickelt man ein Gespür dafür, wie man rüberkommt.  

Kommunikation wirkt und zeigt Reaktionen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wie stelle ich mich darauf ein? 

Stefan Ganzke: Gerade in Kleinst- und Kleinbetrieben kennt man sich in der Regel gut, weil man in vielen Bereichen einen engen Austausch hat und zusammenarbeitet. Wenn ich mein Gegenüber gut kenne, weiß ich auch, was für ein Wahrnehmungstyp das ist. Wenn ich mich als Chef darauf einstelle, spreche ich dieselbe Sprache wie meine Mitarbeiterin oder mein Mitarbeiter. Damit erhöhe ich die Wahrscheinlichkeit, dass meine Informationen in meinem Sinne verstanden werden. (Anmerkung der Redaktion: Welche Rolle Gesten bei der Kommunikation mit Mitarbeitern spielen können lesen Sie im ersten der Teil der Serie: kleine Gesten – große Wirkung.)

Zuhören ist ein zentraler Aspekt. Über die Sprache finde ich heraus, welchen Wahrnehmungstypen ich vor mir habe

Stefan Ganzke

Bleiben wir bei den Wahrnehmungstypen – woran erkenne ich die, wie stelle ich mich darauf ein? 

Stefan Ganzke: Zuhören ist ein zentraler Aspekt. Über die Sprache finde ich heraus, welchen Wahrnehmungstypen ich vor mir habe. Nutzt jemand häufig Bilder weiß ich, die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter ist eher ein visueller Typ. Das erkennt man an Sätzen wie: Das war wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen oder der bewegt sich wie ein Elefant im Porzellanladen. Wenn das der Fall ist, nehme ich mir auch vor, mehr in Bildern zu sprechen.  

Und dann folgt eine blumige Kommunikation? 

Stefan Ganzke: Auf keinen Fall. Es geht nicht darum, sich zu verstellen, sondern um die Feinheiten in der Kommunikation. Dazu gehört auch, Ruhe auszuhalten. Das ist nicht so einfach und erfordert innere Sicherheit und Geduld. Bei manchen Themen bietet es sich zum Beispiel an, mit einer offenen Frage zu starten. Wenn eine Pause entsteht und keiner sofort antwortet, ist das nicht schlimm. Ich habe häufig die Erfahrung gemacht, dass nach ein paar Augenblicken der Stille eine Kollegin oder ein Kollege anfängt zu sprechen. Dann ist das Eis gebrochen. Auf diese Weise lassen sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbeziehen. Sie äußern ihre Meinung, bringen Ideen ein und sprechen kritische Aspekte an. Auch beim Arbeitsschutz. Diese Informationen sind besonders wertvoll. Bei diesem Thema muss ich als Führungskraft eines wissen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Experten. Sie arbeiten an der Maschine oder in der Halle und kennen sich an ihrem Arbeitsplatz am besten aus. 

Videointerview: Wahrnehmungstypen erkennen

Stefan Ganzke erklärt im Film, welche Wahrnehmungstypen es gibt und wie man mit denen kommuniziert.

Ein wichtiger Aspekt bei der Kommunikation ist Interaktion.

Stefan Ganzke

Was empfehlen Sie für die Durchführung eines Teamgesprächs? 

Stefan Ganzke: Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Kommunikation in Unternehmen ist die Interaktion. Niemand sieht sich gern Powerpoint-Präsentationen in winziger Schriftgröße mit mehr als hundert Wörtern auf einer Folie an. Stattdessen bieten sich Interaktionen an – zum Beispiel in Form von kleinen Arbeitsgruppen. Das Vorgehen ist nachhaltiger, effektiver und macht mehr Spaß – das steigert die Motivation und erhöht die Akzeptanz. Denn die Maßnahmen werden mit den Mitarbeitenden erarbeitet.  (Anmerkung der Redaktion: Was gemeinsame Ziele und Glaubenssätze miteinander zu tun haben erfahren Sie im zweiten Teil der Serie: Glaubenssätze im Arbeitsschutz.)  

Und am Ende des Termins stehen alle auf und gehen zurück an ihre Arbeit ... 

Stefan Ganzke: Das ist ein Fehler, der in vielen Unternehmen leider zu oft passiert. Wichtig ist,  die Informationen schriftlich festzuhalten. Sonst geht schon mal was verloren. Die Ziele sollten genau und verbindlich kommuniziert werden: Wer macht was und bis wann? Und das gilt es nachzuhalten. 

Unsere Experten

Anna und Stefan Ganzke beraten als Coaches Unternehmen rund um das Thema Arbeitsschutz. Die beiden Sicher­heitsingenieure haben sich auf die Bereiche „Safety Mindset“, was sich ins Deutsche frei mit Sicherheitsbewusstsein übersetzen lässt, Sicherheitskultur und Kommunikation spezialisiert.

Anna und Stefan Ganzke beraten sich über das Thema Arbeitsschutz in Kleinbetrieben

Unsere Serie "Arbeitsschutz beginnt im Kopf"

  • Das symbolhafte Motiv zeigt eine motivierten Geste

    Kleine Gesten – große Wirkung

    Wie lässt sich Arbeitsschutz einfach und gewinnbringend in kleinen Betrieben umsetzen? Sicherheitsingenieur Stefan Ganzke weiß: Mit kleinen Gesten lässt sich viel bewirken. Davon profitieren Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Arbeitgeber.

  • Das Motiv zeigt ein symbolhaftes Bild. Zu sehen sind zwei Figuren mit Sprechblasen, die aufzeigen, dass es um das Thema Kommunikation mit Mitarbeitern geht.

    Gute Kommunikation lernen

    Wie lassen sich Mitarbeitergespräche oder Team-Meetings verbessern? Was kann ich tun, damit meine Botschaften ankommen und die Informationen von den Mitarbeitenden verstanden werden? Muss ich besser kommunizieren? Diese Fragen stellen sich viele Führungskräfte – in kleinen Betrieben und in großen Unternehmen. Stefan Ganzke, Experte für Sicherheitskultur und Kommunikation, kennt darauf Antworten mit Aha-Effekt!

  • Das Bild zeigt ein symbolhaftes Motiv, eine Frau mit erhobenen Händen

    Glaubenssätze im Arbeitsschutz

    Welche Bedeutung und Auswirkungen haben Glaubenssätze beim Thema Arbeitsschutz? Und was sind das überhaupt – Glaubensätze? In diesem Teil der Serie „Arbeitsschutz beginnt im Kopf“ erklärt Sicherheitsingenieur Stefan Ganzke was sie bedeuten und welche Erfahrungen er damit gemacht hat.

  • Bei Behavior Based Safety (BBS) handelt es sich um einen Managementansatz im Arbeitsschutz, der international etabliert ist. In Deutschland gibt es einige Pilotprojekte.

    Behavior Based Safety - Worum es geht

    „Es geht darum, Mitarbeitende zu ermutigen – zum sicheren Verhalten.“ Diesen Standpunkt vertritt Prof. Christoph Bördlein. Er ist einer der Spezialisten in Deutschland für verhaltensorientierte Arbeitssicherheit, in Fachkreisen auch Behavior Based Safety (BBS) genannt. Im ersten Teil des Experteninterviews mit „HUNDERT PROZENT“ spricht er über die Verbesserungen, die mit dieser Methode für den Arbeitsschutz erreicht werden können und erklärt, was BBS bedeutet.

  • Bei der Einführung des Behavior Based Safety Ansatzes sollte man sich konkrete Situation vornehmen und im Team überlegen und festlegen, was man ändern möchte.

    Behavior Based Safety in der Praxis

    „Bei Behavior Based Safety geht es um systematische Anerkennung.“ Und damit um kollegiale Wertschätzung. Prof. Christoph Bördlein, Spezialist für verhaltensorientierte Arbeitssicherheit – in Fachkreisen auch Behavior Based Safety (BBS) genannt –, erläutert im zweiten Teil des Experteninterviews mit „HUNDERT PROZENT“, warum sich diese Aspekte positiv auf Arbeitsschutz und Sicherheit auswirken und wie sich die Methode in der Praxis anwenden lässt.

  • Frau mit Regenschirm geht beschwingt durch den Regen, Regenbogen am Horizont

    Resilienz – Arbeitsschutz beginnt im Kopf

    Sollten wir alle unsere Resilienz stärken, um gut durch ­Krisenzeiten zu kommen? Was bedeutet Resilienz überhaupt, gerade mit Blick auf Prävention in der Arbeitswelt? Arbeitspsychologin Dr. Marlen Cosmar erläutert, was Beschäftigte und Unternehmen wissen sollten.

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