
Ehrenamtliche in der BGHW-Selbstverwaltung
Die Selbstverwaltung der BGHW braucht ehrenamtliche Mitglieder, die die Belange der Unternehmen und der Versicherten kennen. Heiko Klaas und Frank Stehn bringen ihre Erfahrung

Die Selbstverwaltung der BGHW lebt davon, dass ihre ehrenamtlichen Mitglieder die Belange der Unternehmen und der Versicherten kennen. Heiko Klaas und Frank Stehn bringen ihre Erfahrung gern ein. Guter Arbeitsschutz funktioniert nur, wenn er nah am Menschen ist.
Heiko Klaas weiß, wie die Lebensmittelbranche tickt und was an der Basis los ist. Als leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit bei K+K Klaas & Kock in Gronau (Westfalen) ist er in mehr als 200 Filialen für den Arbeitsschutz zuständig. Ob er Interesse am Ehrenamt in der Selbstverwaltung habe, fragte die für seinen Betrieb zuständige Aufsichtsperson. Leute wie er aus der Praxis wären dort genau richtig. Heiko Klaas war neugierig, ließ sich aufklären und stieg ein. Seit 2011 ist er ehrenamtlich für die Arbeitgeberseite in der BGHW aktiv. Er sitzt in der Vertreterversammlung und investiert Zeit im Widerspruchsausschuss.
Frank Stehn ist Betriebsratsvorsitzender bei DB Schenker in Nürnberg. Für Arbeitsschutz interessierte er sich schon früh. 16 Jahre hat er bei DB Schenker in der Logistik gearbeitet und weiß, was Hitze, Kälte, Lärm und körperliche Arbeit bedeuten. „Deshalb möchte ich besonders junge Beschäftigte für Arbeitsschutz sensibilisieren. Ich ermuntere sie, sich einzubringen.“ Auch er stieg 2011 ehrenamtlich in die BGHW-Selbstverwaltung ein. Seitdem vertritt er die Arbeitnehmerseite in der Vertreterversammlung, im Widerspruchs- und im Präventionsausschuss.
„Ich möchte in unserem Betrieb einen 360°-Blick für Arbeitsschutz haben.“
Frank Stehn vertritt die Arbeitnehmerseite in der BGHW-Selbstverwaltung
Was sich Heiko Klaas in den vergangenen Jahren an Know-how und Netzwerken aufgebaut hat, möchte er nicht missen. „Als Fachkraft für Arbeitssicherheit muss ich wissen, welche Gesetze in Kraft treten und was sich ändert“, sagt er. „Wenn mich Unternehmen in Sachen Arbeitsschutz beraten wollen, sage ich denen immer: Näher dran an Arbeitsschutzthemen wie ich es durch mein BGHW-Ehrenamt bin, geht gar nicht.“
Frank Stehn ist stolz, über sein Ehrenamt viele Projekte mit angestoßen zu haben: „Für den Arbeitsschutz im Betrieb brauchen wir handfeste, alltagstaugliche Instrumente. Die kann ich hier mitbestimmen.“ So sind beispielsweise das Kompendium und die Psychologische Soforthilfe entstanden. Neue Entwicklungen wie der Einsatz von Drohnen oder autonom fahrenden Fahrzeugen diskutieren die Ehrenamtlichen ebenfalls und überlegen, welche Ausbildungen bzw. Qualifikationen in puncto Sicherheit erforderlich sind.
Auch wenn Stehn die Arbeitnehmerseite vertritt, gilt für ihn: Mitgliedsbeiträge einnehmen ist das eine. Aber investieren wir sie in eine zeitgemäße Prävention? „Das hinterfragen wir ständig“, sagt er. Deshalb seien jüngere Ehrenamtliche in der Selbstverwaltung wichtig, ergänzt Klaas. „Wir brauchen die Perspektive aller Altersschichten“, weiß er aus Erfahrung. Jüngere Arbeitgeberinnen, Arbeitgeber und Versicherte hätten andere Probleme und Bedürfnisse als seine Generation.
„Junge Leute ticken anders, wir brauchen sie im Ehrenamt.“
Heiko Klaas vertritt die Arbeitgeberseite in der BGHW-Selbstverwaltung
Im Ehrenamt dauert eine Wahlperiode sechs Jahre. Klingt lang, sei es aber gar nicht, stellt Stehn rückblickend fest: Am Anfang arbeite man sich ein, höre viel zu. „In der zweiten Wahlperiode habe ich gemerkt, wie gefestigt ich bin. Jetzt gehe ich in die dritte Wahlperiode und merke: Ich habe noch so viele Ressourcen, ich kann so viel einbringen, daher bleibe ich dran.“ Heiko Klaas will ebenfalls weitermachen: „Selbst etwas verändern und den Arbeitsschutz nach vorne bringen, motiviert mich sehr.“ Vom Spielfeldrand meckern könne ja jeder.

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